Taliban entführten Reisende: 12 Tote

Bis zu 11 Geiseln

Taliban entführten Reisende: 12 Tote

Die radikalislamischen Taliban haben in den afghanischen Provinzen Kunduz und Gasni erneut Reisende entführt. Laut Behörden töteten sie zwölf von ihnen. Bis zu elf Entführte sind noch in den Händen der Taliban.

Nach Angaben der Polizei und des Gouverneurspalastes in Kunduz hatten die Taliban am Mittwochmorgen auf der Autobahn zunächst 15 bis 18 Passagiere eines Busses und eines Toyota-Kombis entführt. Der Sprecher des Gouverneurspalasts, Hamdullah Danish, korrigierte damit am Nachmittag (Ortszeit) die am Morgen genannte Zahl von "mehr als 40" entführten Passagieren. Nach Gefechten und Hausdurchsuchungen hätten sieben Geiseln später befreit werden können.

Regierung einschüchtern
Die Aufständischen halten seit Monaten Fahrzeuge in vielen Provinzen des Landes an. Sie versuchen, Mitglieder der Regierung oder der Sicherheitskräfte sowie Mitarbeiter internationaler Organisationen zu identifizieren, die sie dann töten. Damit sollen die Regierung und Menschen, die für die "Besatzer" arbeiten, gezielt eingeschüchtert und entmutigt werden.

In Gasni im Osten des Landes waren laut Polizei bereits vor Tagen zwölf Mitglieder der Sicherheitskräfte entführt worden. Dienstagabend seien ihre Leichen im Bezirk Andar gefunden worden. Zwei der Toten seien Mitglieder des Geheimdienstes gewesen, zehn waren Soldaten und Polizisten.

Geiselnahme
Erst vor etwas mehr als einer Woche hatten die Islamisten in Kunduz mehrere Busse angehalten und zunächst mehr als 180 Geiseln genommen. Viele wurden schnell wieder freigelassen, zwölf Menschen erschossen.

Proteste
Die Vereinten Nationen (UN) in Afghanistan hatten vergangene Woche scharf gegen die Serie von Entführungen und Tötungen ziviler Reisender protestiert. Sie forderten die Freilassung aller Geiseln und ein Ende "dieser schrecklichen Praxis".

Mehr Angriffe
Nach Bitten der afghanischen Regierung sowie der UN um weniger Gewalt im Fastenmonat Ramadan haben die Taliban mehr Angriffe angekündigt. In einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Artikel hieß es: "Den Jihad zu stoppen bedeutet nicht, den Ramadan zu achten. Den Jihad zu beschleunigen - das bedeutet, ihn zu ehren."

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