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Taliban lehnen Friedensgespräche ab

Afghanistan/Pakistan

Taliban lehnen Friedensgespräche ab

Einen Tag nachdem Mitglieder der afghanischen und pakistanischen Regierung Friedensgespräche mit Taliban "innerhalb von vier Tagen" in Aussicht gestellt hatten, lehnt die Hauptgruppe der Aufständischen eine Teilnahme öffentlich ab.

Teilnahme-Gerüchte zurückgewiesen
In einer am Samstagnachmittag verschickten E-Mail an Medien erklärte ein Sprecher, Kari Jusuf Ahmadi: "Es gibt Gerüchte, dass hochrangige Mitglieder des Islamischen Emirats mit Erlaubnis des ehrenwürdigen Mullah Akhtar Mohammad Mansoor an dem aufkommenden Treffen teilnehmen. Wir weisen diese Gerüchte zurück und sagen explizit, dass der ehrenwürdige Anführer niemanden autorisiert hat, an diesen Gesprächen teilzunehmen, noch hat der Führungsrat eine Entscheidung über die Teilnahme getroffen."

Der Talibansprecher machte auch klar: Solange die Besatzung nicht ende und die UN-Sanktionen gegen die Taliban nicht aufgehoben seien, werde die "bedeutungslose" Friedensinitiative zu nichts führen. Man habe die Bedingungen für Friedensgespräche klargemacht. Dazu zählen die Taliban auch die Freilassung von Gefangenen.

Zeitplan bleibt
Trotz dieser Absage bleibt die afghanische Seite bei ihrem Zeitplan für Gespräche innerhalb von vier Tagen. Der Sprecher von Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah, Jawed Faisal, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Taliban "ja nicht eine Einheit seien". Sie seien zersplittert. "Wir werden mit denen sprechen, die bereit zum Frieden sind." Wenn Talibangruppen nicht teilnehmen wollten, werde "anderweitig mit ihnen umgegangen". Die afghanische Regierung sowie die internationalen Alliierten hätten Pläne dafür.

Das lässt erahnen, dass das im pakistanischen Islamabad oder Murree geplante Treffen sich zunächst auf Gespräche mit abgesplitterten Gruppen der Taliban sowie anderen Aufständischen wie möglicherweise den Extremisten von Hisb-e Islami beschränken könnte.

Friedensallianz
Die neue Friedensallianz für Afghanistan arbeitet angesichts der wachsenden Gewalt im Land seit Dezember an dem Friedensfahrplan. Beim jüngsten Treffen im Februar hatten sie Gespräche für Anfang März angesetzt. Beobachter hatten bezweifelt, dass es trotz starken pakistanischen Drucks so weit kommen würde. Die afghanische Regierung beharrte aber angesichts der drohenden Frühjahrsoffensive der Taliban auf einem engen Zeitplan. Sie hofft auf eine Verminderung der Gewalt.

Die Taliban bringen die Streitkräfte an vielen Fronten in schwere Bedrängnis. 2015 wurden bei Gefechten mit Taliban oder durch Talibananschläge mehr als 11.000 Zivilisten und mehr als 12.000 Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt.

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