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Taliban zünden Bomben - 17 Tote

Attentate in Kabul

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Taliban zünden Bomben - 17 Tote

Bei dem in Kabul getöteten Franzosen handelt es sich nach Angaben des Pariser Außenministeriums um den Filmemacher Séverin Blanchet. Außenminister Bernard Kouchner würdigte den 66-Jährigen als einen wichtigen Partner in der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Afghanistan. Blanchet hatte sich seit 2006 bei der Ausbildung afghanischer Filmemacher engagiert.

Mindestens 16 Tote
Bei dem Angriff islamistischer Selbstmordattentäter im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Freitag mindestens 16 Menschen getötet worden. Weitere 32 Menschen wurden verletzt. Ziel der Anschläge, zu denen sich die Taliban bekannten, waren Hotels, die zumeist von indischen Botschaftsmitarbeitern und anderen Ausländern benutzt werden.

An dem Angriff Freitag früh waren nach Polizeiangaben mindestens drei Attentäter beteiligt. Die Taliban selbst sprachen von fünf Angreifern. In Kabul kam es zu mehreren Explosionen und Schusswechseln. Der Leiter der Kriminalpolizei in Kabul, Abdul Ghafar Sayedzada, sagte, drei der Toten seien Polizisten, unter den getöteten Zivilisten seien viele Inder. Nach Berichten von Augenzeugen sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Über dem Gebiet stieg eine dunkle Rauchwolke auf.

Franzose und Italiener tot
Auch der französische Filmemacher Séverin Blanchet und ein Italiener sind ums Leben gekommen. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner bestätigte am Freitag in Paris den Tod des Franzosen, der sich zu einem Besuch in Afghanistan aufgehalten habe.

Der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Zemarai Bashari, sagte, bei dem Anschlag sei auch ein Italiener getötet worden.

Erst Mitte Jänner waren bei einem Angriff von Aufständischen auf mehrere Behördengebäude in Kabul zwölf Menschen getötet worden, darunter sieben Angreifer. Mit den Anschlägen vom Freitag wollten die Taliban offenbar zeigen, dass sie ungeachtet der Großoffensive der NATO-Truppen im Süden des Landes und der Festnahme mehrerer Kommandanten in Pakistan weiter zu Angriffen auch in der Hauptstadt in der Lage sind.

Zwei NATO-Soldaten kommen ums Leben
Indien gehört zu den größten wirtschaftlichen Unterstützern Afghanistans, abgesehen von den Ländern, die Truppen für die von der NATO geführte internationale Schutztruppe (ISAF) stellen. Der indischen Regierung geht es bei dem Engagement Beobachtern zufolge um regionale Bündnisse und den Zugang zu den öl- und gasreichen Gebieten in Zentralasien. Der wachsende Einfluss Indiens wird aber von Pakistan sehr kritisch gesehen, das in Kabul keine Regierung mit Verbindungen zum Erzrivalen sehen möchte.

Im Süden Afghanistans kamen zudem zwei NATO-Soldaten ums Leben. Wie die NATO-geführte ISAF am Freitag mitteilte, wurde ein Soldat bei der Großoffensive rund um die Stadt Marjah in der Unruheprovinz Helmand von einem Sprengsatz getötet. Ein weiterer Soldat kam demnach bereits am Donnerstag bei einem Schusswechsel im Süden des Landes ums Leben.

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