Terror-Pate wurde nur einmal verhört

Brüssel

Terror-Pate wurde nur einmal verhört

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist zwischen seiner Festnahme und den vier Tage später folgenden Anschlägen in Brüssel laut einem Medienbericht nur einmal verhört worden. Sven Mary, der Rechtsbeistand des 26-jährigen Franzosen, habe dies am Donnerstag bestätigt, berichtete das Nachrichtenportal "Politico".

"Müde gewirkt"
Laut zwei Quellen aus Ermittlungskreisen gab es demnach gesundheitliche Gründe dafür, dass die Vernehmung nur etwa eine Stunde dauerte. So habe Abdeslam, der bei seiner Festnahme am Freitag leicht am Bein verletzt und anschließend operiert worden war, während des Verhörs in seinem Gefängnis in Brügge "sehr müde gewirkt".

Keine Hinweise auf Anschläge
Das Verhör am Samstag habe keinerlei Hinweise auf die bevorstehenden Anschläge in Brüssel ergeben, sagten beide Informanten dem Bericht zufolge. Das habe vermutlich daran gelegen, dass die Ermittler bei der Befragung chronologisch vorgegangen seien und Abdeslam zunächst nur zu den Pariser Anschlägen vom 13. November vernommen hätten.

Schwere Ermittlungspannen
Den belgischen Behörden werden schwere Ermittlungspannen vorgeworfen. Wie die belgische Zeitung "La Derniere Heure" vom Freitag berichtet, war der Unterschlupf des am 18. März im Brüsseler Stadtteil Molenbeek verhafteten Top-Terrorverdächtigen Salah Abdeslam der Polizei seit 7. Dezember bekannt.

Aus einem vertraulichen Bericht an die Antiterrorzelle der Kriminalpolizei von Brüssel geht nach Angaben der Zeitung hervor, dass ein Polizist aus Mechelen seit dem 7. Dezember im Besitz der Adresse Rue des Quatre Vents 79 in Molenbeek war, wo Abdeslam Freitag vergangene Woche verhaftet wurde. Der vertrauliche Bericht sei nicht übergeben worden, er sei drei Monate von der Polizei in Mechelen zurückgehalten worden. Der Zeitungsbericht enthält keine offizielle Stellungnahme der belgischen Behörden.

Genaue Infos zum Versteck Abdeslams
Der Polizist in Mechelen wurde demnach von einem Kollegen mit Migrationshintergrund über das Versteck Abdeslams informiert, der zu dem Zeitpunkt im Krankenstand war. Dieser habe aus der Gemeinde in Molenbeek erfahren, dass der Sohn eines gewissen D'Jamilla Mohamed, Abid, viele Kontakt mit Abdeslam habe. Der Bericht führe an, dass der junge Mann mit einem schwarzen Citroen fahre und in der Rue des Quatre Vents 79 wohne.

Nach den Terroranschlägen in Paris vom 13. November mit 130 Toten galt Abdeslam als einer der meist gesuchten Terrorverdächtigen weltweit. Zwischen den Attentätern von Paris und den Urhebern der Terroranschläge vom Dienstag in Brüssel mit mehr als 30 Toten gab es enge Verbindungen.

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