Neue Spuren führen nach Hamburg

Terror verhindert

Neue Spuren führen nach Hamburg

Radikale Islamisten haben Medienberichten zufolge in Deutschland, Großbritannien und Frankreich eine Anschlagsserie nach dem Vorbild des Angriffs auf ein Luxushotel in Indien geplant. Hauptquelle für diesen Verdacht ist laut "Spiegel.de“ der aus Hamburg stammende Ahmad S. (36). Dieser Mann wurde Anfang Juli in der afghanischen Hauptstadt Kabul aufgegriffen. Seither wird S. von amerikanischen Spezialisten im dortigen US-Militärgefängnis Bagram verhört. Dabei soll er ausführlich über Anschlagsszenarien in der Bundesrepublik und benachbarten europäischen Ländern „gesungen“ haben.

Ahmed S. ist bestens bekannt mit Islamisten der Hamburger Taiba-Moschee. Hier haben sich bereits einige der Todespiloten des 11. September 2001 gen Mekka verneigt. Offenbar hatte S. schon damals gute Kontakte zu den Terroristen. Beispielsweise machte er mit der Familie des wegen Beteiligung an den Anschlägen in den USA verurteilten Mounir al-Motassadeq Urlaub in Marokko.

Fortgeschrittene Planung
Die letzten geplanten Anschläge hätten alle Ziele gleichzeitig treffen sollen, berichtete der britische Sender Sky News. Die Planungen seien im fortgeschrittenen Stadium gewesen, Anschläge hätten jedoch nicht unmittelbar bevorgestanden. Vorbild seien die Anschläge 2008 in der indischen Finanzmetropole Mumbai mit 166 Toten gewesen. Damals hatten zehn schwer bewaffnete Extremisten im Kommando-Stil mehrere Ziele angegriffen, darunter das Luxus-Hotel "Taj Mahal" und den Hauptbahnhof.

Kein bevorstehender Anschlag
In Sicherheitskreisen wurden die Medienberichte zurückhaltend kommentiert. Das Mumbai-Szenario lasse sich derzeit aus den vorhandenen Informationen nicht nachvollziehen, hieß es. Auch gab es keine Hinweise auf einen direkt bevorstehenden Anschlag. "Wir haben ein erhöhtes Grundrauschen, das man sehr ernst nehmen muss, aber keine konkreten Hinweise", hieß es in den Sicherheitskreisen.

Der CDU-Sicherheitsexperte Wolfgang Bosbach erklärte, die Informationen über Anschlagsplanungen seien den deutschen Nachrichtendiensten schon seit längerem bekannt. Grundlage seien die Aussagen eines Terrorverdächtigen. "Es ist eine besorgniserregende Lage, aber es gab keine konkreten Hinweise, wann und wo genau Anschläge geplant waren", sagte Bosbach. Die Sicherheitsbehörden stellten seit geraumer Zeit erhöhte Reisebewegungen von Deutschland über Afrika oder Nahost ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet fest.

Vertreter des US-Geheimdienstes wollten die Berichte über Anschlagspläne nicht bestätigen. Die Gefahr von Attentaten sei aber nach wie vor gegeben. Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass es vor gut zwei Wochen - um den Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 - erste Berichte über die Bedrohung gegeben habe.

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