Terrorverdächtiger in Bulgarien verhaftet

Anschläge von Paris

Terrorverdächtiger in Bulgarien verhaftet

In Bulgarien ist bereits am 1. Jänner ein Franzose mit mutmaßlichen Verbindungen zu einem der Attentäter aus Paris festgenommen worden. Das gab die Staatsanwaltschaft in Sofia am Dienstag bekannt.

Der 29-jährige Franzose Fritz-Joly Joachin (29) "war mehrfach in Kontakt mit einem der Brüder" Cherif und Said Kouachi, die am vergangenen Mittwoch die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" angriffen und zwölf Menschen erschossen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP. Ihm werde "Mitgliedschaft in einer bewaffneten kriminellen Organisation zur Vorbereitung von Terrorakten" vorgeworfen.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Sofia wollte der Mann über die Türkei nach Syrien weiterreisen, um sich dort den Jihadisten anzuschließen. Er sei an der bulgarisch-türkischen Grenze gefasst worden.

Große Terror-Zelle schockt Frankreich
Sowohl der inzwischen verhaftete Joachim, als auch die verstorbenen Terror-Brüder Cherif (32) und Said Kouachi (34) und Supermarkt-Killer Amedy Coulibaly (32) sollen Teil eines großen französischen Terror-Netzwerks gewesen sein.

Bereits kurz nach der Jahrtausendwende trafen sich junge Muslime im Park Buttes Chaumont im Nordosten von Paris. Unter der Führung des radikalen Imams Farid Benyettou radikalisierten sich die jungen Männer immer mehr und knüpften Kontakt zu anderen fanatischen Islamisten. So sollen sie sich mit Boubaker al-Hakim, der heute für die Terror-Organisation ISIS mordet, oder Djamel Beghal, der einen Anschlag auf die US-Botschaft in Paris plante, ausgetauscht haben.

Diashow Fotos zeigen Überfall mit Panzerfaust

Hier überfallen die Charlie Hebdo-Attentäter eine Tankstelle

Hier überfallen die Charlie Hebdo-Attentäter eine Tankstelle

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Beghal, der zwischen 2001 und 2010 im Gefängnis saß, lernte dort Cherif Kouachi kennen. Hier kam auch Almedy Coulibaly mit der Terror-Zelle in Kontakt. Auch nach der Haftentlassung von Behal riss der Kontakt nicht ab. Der Supermarkt-Killer und seine flüchtige Frau die Terror-Braut Hayat Boumeddiene (26) besuchten den Top-Terroristen regelmäßig in der französischen Auvergne.

Die Ermittlungen nach den blutigen Anschlägen von Paris lassen inzwischen nur mehr einen Schluss zu: die Terror-Zelle bestand aus acht bis zehn Mitgliedern. Also könnten sich noch immer sechs Terroristen in Paris aufhalten. Besonders im Visier der Fahnder: ein Mini Cooper der auf Boumeddiene zugelassen ist, in dem in den vergangen Tagen ein unbekannter Mann gesehen worden sein soll.

Besonders vor Hayat Boumeddiene scheint die größte Gefahr auszugehen. Sie soll noch radikaler als ihr mordender Freund gewesen sein. Die Terror-Braut wurde inzwischen bei der Einreise nach Istanbul gefilmt, es wird vermutet, dass sie sich nach Syrien absetzt.

Hayat Boumeddiene © EPA

(c) AFP

US-Geheimdienste befürchten, dass sie zum neuen Star der Islamisten aufgebaut werden und in Propaganda-Videos die Anschläge von Paris verherrlichen könnte.

Neue Anschläge?
Die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) hat die Terroranschläge in Paris gelobt und mit weiteren Angriffen auf Frankreich gedroht.

In einer im Internet verbreiteten Erklärung verwiesen die Jihadisten auf vorangegangene Angriffe auf westliche Einrichtungen nach Veröffentlichungen von Karikaturen oder eines Schmähfilms über den Propheten Mohammed: "Von dem Angriff auf die dänische Botschaft in Pakistan über den Angriff auf die US-Botschaft in Libyen hält die Karawane nun in Paris." Damit mache man der Welt in Taten anstatt in Worten deutlich: "Nicht den Propheten Gottes".

Frankreich zahle den Preis für die Besetzung von muslimischem Land in Mali und Zentralafrika und für die Bombardierung von Muslimen im Irak und in Syrien, hieß es. So lange die Medien des Landes zudem weiter den Propheten oder andere den Muslimen heilige Dinge attackierten, werde es weitere, noch schmerzhaftere Anschläge geben.
 

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