Tote wegen Drogenboss in Jamaika

Bei Gefechten

Tote wegen Drogenboss in Jamaika

In der jamaikanischen Hauptstadt Kingston sind bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern eines gesuchten Drogenbosses bisher mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Es gab zudem mehrere Verletzte infolge der bereits seit zwei Tagen andauernden Auseinandersetzungen. Polizisten und Soldaten stürmten ein Armenviertel der Stadt. Dort soll sich der gesuchte Drogenboss aufhalten, den die Regierung an die USA ausliefern will. Bei den Toten handelt es sich um zwei Polizisten, einen Soldaten und einen Zivilisten. Es gab zudem nicht bestätigte Berichte über weitere zivile Opfer und den Abwurf von Sprengsätzen aus Militärhubschraubern.

Reisewarnung für Kingston
Die Regierung hatte den Ausnahmezustand über Teile der Hauptstadt verhängt, das US-Außenministerium gab eine Reisewarnung für den Großraum Kingston heraus. Die Karibik-Insel Jamaika ist ein beliebtes Urlaubsziel von Touristen aus den USA und Europa.

Die Spannungen auf der Insel hatten bereits im Laufe der vergangenen Woche zugenommen, nachdem Ministerpräsident Bruce Golding angekündigt hatte, das Auslieferungsverfahren für den Drogenboss Christopher "Dudus" Coke auf den Weg zu bringen. Die USA beschuldigen ihn des Kokain- und Waffenhandels. Der Staatsanwaltschaft zufolge ist Coke der Anführer der berüchtigten Verbrecherorganisation "Shower Posse", die während der Drogenkriege der 1980er Jahre Hunderte Menschen ermordete.

Schwere Explosionen
Starke Armee- und Polizeieinheiten begannen am Montag mit der Erstürmung des Stadtviertels Tivoli Gardens, in dem sich der mutmaßliche Gangsterboss Coke (41) verschanzt hat. Wie lokale Medien am Montagnachmittag (Ortszeit) berichteten, waren in den Straßen des Viertels schwere Explosionen zu hören und Rauchschwaden zu sehen. Cokes Anhänger versperrten die Zufahrten zu Tivoli Gardens unweit des Stadtzentrums mit Barrikaden, sie verschanzten sich auch auf den Dächern der Häuser des Viertels und beschossen die angreifenden Sicherheitskräfte. Inzwischen griffen die Unruhen auch auf die zur Metropolenregion zählenden Stadt Spanish Town über, wo am Morgen die Polizeiwache beschossen wurde. Auch aus anderen Stadtteilen wurden Schießereien gemeldet.

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