Trockenheit kann Giftschlamm zu uns bringen

Ungarn

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Trockenheit kann Giftschlamm zu uns bringen

Der Giftschlamm aus Ungarn scheint nicht völlig ungefährlich für die östlichsten Regionen Österreichs zu sein. Wie die Meteorologen der ZAMG in Wien am Sonntag berichteten, könnte es beim Ausbleiben von Niederschlägen sehr wohl zu einer Verfrachtung von rotem Staub Richtung Österreich kommen. Derzeit sei der Schlamm noch feucht, doch die Wahrscheinlichkeit von Regen in den kommenden Tagen sei gering.

Gefährliche Winde
"Es herrscht weiterhin stabile Hochdrucklage mit nur sehr schwachen Winden. Aufgrund der derzeitigen bodennahen Strömung können auch Luftmassen aus den Krisengebieten nach Österreich transportiert werden und Gebiete im Osten erreichen. Da der Schlamm feucht ist, sind die Inhaltsstoffe vorerst gebunden und können nicht mit der Luftströmung verfrachtet werden", erklärte Markus Hirtl von der Fachabteilung Umwelt an der ZAMG.

Berechnungen der Meteorologen zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für stärkere Niederschläge in Westungarn "deutlich unter zehn Prozent". Für den porösen Damm des Giftschlammbeckens dürfte das wiederum eine gute Nachricht sein. Denn so lange kein zusätzliches Wasser in das desolate Reservoir gelangt, soll die Gefahr für ein Bersten des Dammes kleiner sein.

Weiterer Dammbruch droht
Das ungarische Umweltministerium ist sich mittlerweile sicher, dass der Damm eines Abfallbeckens unausweichlich brechen und eine weitere giftige Schlammwelle den Ort Kolontar treffen wird. Umweltstaatssekretär Zoltan Illes sagte am Sonntag, kürzlich festgestellte Risse in der Nordwand des Reservoirs der Aluminiumfabrik hätten nur vorübergehend aufgehört, sich zu vergrößern. Dies sei bloß eine Folge von günstigen Wetterbedingungen. Die Risse würden sich aber unaufhaltsam erweitern, besonders nachts.

   Am Montag hatte eine Giftschlammlawine binnen einer Stunde drei Dörfer überschwemmt und mindestens sieben Menschen getötet. Bei dem Stoff handelt es sich um Rotschlamm, der bei der Aluminiumherstellung anfällt. Illes sagte nun, dass die neuerliche Welle das Dorf Kolontar, rund einen Kilometer nördlich des Beckens, erneut überfluten werde. Die Brühe solle dann aber kurz vor der nächsten Ortschaft haltmachen.
 

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