Trump-Triumph sorgt für Wahl-Chaos

US-Wahl

Trump-Triumph sorgt für Wahl-Chaos

Bei den US-Vorwahlen am Dienstag in fünf weiteren Staaten haben sich die Favoriten Hillary Clinton und Donald Trump durchgesetzt. Die Demokratin gewann nach Hochrechnungen aus der Nacht die Abstimmung in allen fünf Staaten, womit ihr die Nominierung als Präsidentschaftskandidatin kaum noch zu nehmen sein dürfte. Trump musste einen Staat abgeben.

Überblick: Wer wo am Super Tuesday gewann

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Der umstrittene Milliardär musste zwar Ohio an den Gouverneur des Staates, John Kasich, abgeben, fuhr aber mit Florida einen besonders wichtigen Sieg ein: Der Staat mit knapp 20 Millionen Einwohnern schreibt bei den Republikanern dem Gewinner gleich alle Delegiertenstimmen auf dem Nominierungsparteitag zu. Um auf der Convention im Juli automatisch nominiert zu werden, muss ein Kandidat die Mehrheit dieser Stimmen aus allen Staaten für sich verbuchen.

+++ Nachlesen: Clinton und Trump räumen ab +++

Rubio gibt auf
Durch Trumps Sieg in Florida verliert das republikanische Establishment seinen letzten Hoffnungsträger, den 44-jährigen Marco Rubio. Der Senator hatte einen Sieg in seinem Heimatstaat zur Bedingung für eine weitere Bewerbung gemacht. "Es ist nicht Gottes Wille, dass ich 2016 Präsident werde - vielleicht niemals", sagte Rubio vor seinen Anhängern in Miami. Er gab dem Establishment der Republikaner die Schuld am zerrissenen Zustand der Partei. "Wir brauchen eine lebendige konservative Bewegung, die nicht auf Furcht aufbaut." Die Republikaner brauchten eine neue Führung.

Video zum Thema Clinton und Trump siegen am 2. Super Tuesday
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Im Rennen bei den Republikanern ist damit neben Trump und Kasich noch Ted Cruz aus Texas. Der tiefgläubige Senator ist ein Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung und hat sich mit der Parteispitze überworfen. Viele Republikaner gehen davon aus, dass er bei der eigentlichen Präsidentenwahl Anfang November genauso wie Trump eher schlechte Chancen gegen Clinton haben dürfte. Mit kontroversen Aussagen etwa zu Einwanderern und Muslimen hat der Milliardär und Populist Trump bei vielen Amerikanern für Kopfschütteln gesorgt.

Damit steht die Partei in den kommenden Monaten vor einem Dilemma. Rechnerisch muss Trump bei den verbliebenen Vorwahlen bis Juni noch 54 Prozent der ausstehenden Delegiertenstimmen gewinnen, um über die Schwelle von 1.237 Delegierten zu kommen, die einen Sieg auf dem Parteitag garantiert. Das gilt als machbar, weil Abstimmungen in weiteren "Winner-Takes-All"-Staaten wie Arizona und New Jersey bevorstehen. Dass einer seiner Bewerber vorher ausreichend Stimmen sammelt, ist ausgeschlossen.

Kampfabstimmung droht
Sollten dagegen Cruz und Kasich Trump noch so viele Stimmen abjagen können, dass Trump nicht die erforderliche Mehrheit erreicht, würde es zu Kampfabstimmungen auf dem Parteitag kommen. Aus einer derartigen "Brokered Convention" könnte auch Kasich als Sieger hervorgehen, der gegenwärtig bei den Delegiertenstimmen weit hinter Trump und Cruz liegt. Einen derartigen Parteitag hat es in den USA allerdings seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Tatsächlich wurde das heutige Vorwahlsystem eingeführt, weil dieser Ablauf als undemokratisch galt.

Entsprechend dürften die Republikaner in diesem Fall als Partei einen hohen Preis zahlen. Sollte Trump trotz einer Mehrheit der Delegiertenstimmen auf dem Parteitag nicht zum Kandidaten gekürt werden, wäre eine heftige Reaktion der Basis sicher. Viele von seinen Anhängern sehen Trump als Alternative zu den verhassten etablierten Strukturen in der Politik. Die Entfremdung von Millionen potenzieller Wähler könnte die Republikaner nicht nur die Präsidentschaft kosten, so die Befürchtung, sondern bei den parallel angesetzten Kongresswahlen auch die Mehrheit im Senat.

Trump ruft zur Geschlossenheit auf
Vor diesem Hintergrund rief der 69-jährige Trump in seiner Siegesrede in der Nacht auf Mittwoch die Republikaner zur Geschlossenheit auf. "Die Tatsache ist, dass wir die Partei zusammenbringen müssen", erklärte er in Florida. Er habe für die Republikaner Millionen neue Wähler gewonnen: "Es kommen Demokraten zu uns, Unabhängige kommen dazu, und - das ist sehr, sehr wichtig - Menschen, die noch nie zuvor eine Stimme abgegeben haben", sagte Trump. "Das ist etwas Wunderbares."
 

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