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Trump könnte Durchbruch in Nordkorea-Konflikt schaffen

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Trump könnte Durchbruch in Nordkorea-Konflikt schaffen

Der Nordkorea-Experte Rüdiger Frank kann der Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit Pjöngjang etwas Positives abgewinnen. "Es gibt Leute, die eine gewisse Hoffnung haben, dass Donald Trump, gerade weil er so unberechenbar ist, den Durchbruch schaffen kann, den seine Vorgänger nicht geschafft haben", sagte Frank am Sonntagabend in der ORF-Diskussionsendung "Im Zentrum".

So habe Trump anders als sein Vorgänger Barack Obama die "Denuklearisierung" Nordkoreas nicht explizit zur Bedingung für Gespräche mit Pjöngjang gemacht, sagte der Leiter des Ostasieninstituts der Universität Wien. Außerdem habe er noch "gar nicht über Menschenrechte in Nordkorea geredet", was in der Vergangenheit ein Totschlagsargument gewesen sei. Man solle abwarten, ob Trump und Kim "nicht vielleicht doch zusammenkommen", plädierte Frank gegen eine allzu starke Fixierung auf das "Getöse" von Trumps martialischen Ansagen in Richtung Pjöngjang.

Ölembargo keine Lösung

Skeptisch zeigte sich Frank zum von den USA angepeilten Ölembargo gegen Nordkorea. "Ich denke nicht, dass es eine Lösung ist", sagte er. Das Land verfüge nämlich über große Reserven in unterirdischen Lagern und könnte 40 Prozent seiner Ölimporte substituieren, sieht der Experte geringe Chancen, das nordkoreanische Militär mit dieser Maßnahme zu stoppen. Leiden würden vielmehr die Bürger Nordkoreas. "Wer Nordkorea den Ölhahn zudreht, nimmt eine Hungersnot in Kauf", warnte Frank.

Frank sagte weiter, dass er nicht an einen atomaren Erstschlag Nordkoreas glaube. Das Vorgehen des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un habe auch eine innenpolitische Komponente. Er habe "ein Problem, die Leute bei der Stange zu halten" und setze daher auf ein "permanentes Bedrohungsszenario".

Atomprogramm "defensives Programm"

Der Innsbrucker Politikwissenschafter Gerhard Mangott betonte, dass die nordkoreanischen Nuklearwaffen nur der Abschreckung dienten. Das nordkoreanische Militär sei nämlich konventionell sehr schwach. Atomwaffen sollten dazu dienen, eine mögliche US-Invasion aufzuhalten. "Im Grunde genommen ist es ein defensives Programm, eine Rückversicherung", sagte Mangott. "Wir müssen uns nicht vor einem von Nordkorea begonnenen Nuklearkrieg fürchten."

Mangotts Salzburger Kollege Reinhard Heinisch zeigte sich hingegen besorgt darüber, dass Pjöngjang über Langstreckenraketen verfügt, die US-Territorium treffen können. "Aus amerikanischer Sicht erhöht das die Kriegswahrscheinlichkeit", sagte der USA-Experte. Wenn Atomraketen die USA treffen können, sei der Präsident "gefordert, das Volk zu schützen". An einen Nuklearschlag der USA glaubt Heinisch nicht. "Ich gehe nicht davon aus, dass Donald Trump Atomwaffen einsetzen wird", sagte er.

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