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Ging er jetzt zu weit?

Trump veräppelt behinderten Reporter

Donald Trump ist eigentlich ein Phänomen. Selten hat sich ein Präsidentschaftskandidat in den USA während dem Wahlkampf so viele Eskapaden geleistet und konnte dennoch den ersten Platz bei den Umfragen einnehmen.  Dabei waren unter seinen Fettnäpfen richtige Schmankerl. Schwer zu vergessen sein Aufruf den Kaffee-Riesen Starbucks zu boykottieren, weil diese auf ihren Weihnachtsbechern heuer aus Respekt auf andere Religionen auf große Symbole verzichtet haben.

Zu weit?
Jetzt schoss das „Enfant terrible“ der amerikanischen Polit-Szene aber doch den Vogel ab. Auf einer seiner Wahlkampfveranstaltungen machte Trump sich über die körperliche Behinderung eines Journalisten lustig und warf ihm anschließend vor, diese auszunutzen.

Aussage über 9/11
Hintergrund war eine Aussage Trumps vor ein paar Tagen. Er behauptete, dass am 11. September 2011 die Muslime in den USA über die Terroranschläge in New York gejubelt hätten und berief sich auf einen damaligen Artikel von Serge Kovaleski vom 18. September 2011 in der „Washington Post“. Blöd nur, dass jener Autor nach Trumps Aussage erklärt sich nicht daran erinnern zu können, der gesagt habe, dass tausende oder auch nur hunderte Menschen die Anschläge vom 11. September gefeiert hätten.

Trump verägert über Kovaleski
Bei dieser Wahlveranstaltung am Dienstag in South Carolina reagierte der Tycoon offensichtlich verärgert über Kovaleskis Korrektur. "Und jetzt dieser arme Typ - Sie müssten diesen Typen sehen: 'Ah, ich weiß nicht, was ich gesagt habe! Ich erinnere mich nicht!", so Trump zu seinen Anhängern. Und als ob das nicht genug wäre, macht er auch noch zuckende Handbewegungen mit denen er sich über den Reporter lustig machen will.

Kovlaski

Behinderung als „Effekthascherei“
Kovaleski leidet an einer angeborenen Gelenkversteifung namens Arthrogryposis. Und ein echter Trump rudert nicht zurück, sondern legt noch einmal nach. So meldete er sich auch noch am Donnerstag zu Wort und haut noch einen drauf. "Serge Kovaleski muss eine Menge von sich halten, wenn er denkt, dass ich mich an ihn nach Jahrzehnten erinnere - wenn ich ihn überhaupt getroffen habe, was ich bezweifele", erklärte der Republikaner. "Er sollte aufhören, seine Behinderung für Effekthascherei zu benutzen, und wieder daran gehen, für eine Zeitung zu berichten, die gerade schnell den Bach runter geht", forderte der 69-jährige Milliardär den Journalisten auf.
 

 



Großes Aufsehen
Die Aussagen von Trump sorgten für großes Aufsehen unter den Medien weltweit. Ob ihm diese Auftritte wirklich weitere Wählerstimmen einbringen werden oder ob er sich genau damit selbst ein Bein stellt auf seinem Weg ins Weiße Haus, werden die nächsten Umfragen zeigen.

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