Tschechen für

Karl Schwarzenberg

 

Tschechen für "Österreicher" als Premier

Die Tschechen bevorzugen als künftigen Regierungschef nach den Parlamentswahlen Ende Mai den Vorsitzenden der rechtsliberalen Partei TOP 09, Karel Schwarzenberg, oder den amtierenden Chef der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS), Petr Necas. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Median für die tschechische Tageszeitung "Lidove noviny" hervor. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten (CSSD) und ehemalige Premier Jiri Paroubek landete erst auf Platz drei, obwohl seine Partei in der Sonntagsfrage klar an der Spitze liegt.

In der Befragung, an der 505 Personen teilgenommen haben, sprachen sich 30,8 Prozent für Schwarzenberg und 30,6 für Necas Prozent aus. Erst mit einem großen Abstand folgt Paroubek mit 20 Prozent.

Schwarzenberg halber Wiener
"Sehr schön", kommentierte Ex-Außenminister Schwarzenberg, dessen Partei in den Wählerumfragen bei 10 bis 14 Prozent liegt, die Befragung von Median. Allerdings wolle er sie nicht überschätzen.

Schwarzenberg lebte jahrelang in Wien und legte dort auch seine Matura ab. Außerdem begann er dort auch ein Studium, dass er aber nie abschloss. Er ist noch heute regelmäßig im Palais Schwarzenberg, einem seiner zahlreichen Wohnsitze, in Wien anzutreffen

Necas zeigte sich etwas überrascht. "Wieso? Ich bin erst hinter Schwarzenberg? Entscheidend wird das Wahlergebnis sein", reagierte der amtierende ODS-Chef, dessen Partei zwischen 20 und 25 Prozent liegt. Necas wurde erst kürzlich zum ODS-Spitzenkandidaten gekürt - anstelle von Ex-Premier Mirek Topolanek, der wegen einer Affäre zurücktrat.

Patt-Situation nicht ausgeschlossen
Paroubek reagierte mit Enttäuschung. "Wir haben andere Zahlen. Man kann nicht eine Umfrage mit soziologischen Forschungen vergleichen", so der CSSD-Chef. Seine Partei hat in den Wählerumfragen bei der sogenannten Sonntagsfrage einen fünf- bis zehnprozentigen Vorsprung vor der ODS.

Trotz der Führung der CSSD schließen die Meinungsforscher eine Patt-Situation nach den Wahlen nicht aus, in der die Bildung einer stabilen Mehrheitsregierung schwierig sein wird. Paroubek würde im Falle eines Sieges schwer Koalitionspartner finden, weil er nicht mit Kommunisten (KSCM) regieren wolle. Und andere Parteien seien hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit der CSSD skeptisch. Der CSSD-Chef hatte aber eine von der KSCM geduldete CSSD-Minderheitsregierung nicht ausgeschlossen.

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