Türkei will Kampf gegen PKK verstärken

Gewaltwelle

Türkei will Kampf gegen PKK verstärken

Bei einer neuen Schießerei zwischen türkischen Soldaten und Kämpfern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sind am Montag sechs Menschen getötet worden. Die PKK habe in Silvan in der südöstlichen Provinz Diyarbakir einen Militärposten angegriffen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi weiter. Unter den Toten seien ein türkischer Soldat und bewaffnete Angreifer aus den Reihen der PKK.

Zwei Tage nach blutigen Angriffen kurdischer Rebellen waren türkische Spezialeinheiten am Montag zu neuen Einsätzen gegen PKK-Kämpfer im Grenzgebiet zum Irak ausgerückt. Türkische Medien berichteten, Hubschrauber würden die Soldaten in der südöstlichen Provinz Sirnak zu Einsätzen gegen die Rebellen der PKK fliegen. Das Berggebiet liegt an der Grenze zum Irak und zu Syrien. Unterdessen empfing der türkische Staatspräsident Abdullah Gül Offiziere und Politiker zu Sicherheitsberatungen.

Kampf gegen Rebellen
Nach dem Tod von zwölf Soldaten bei Angriffen der kurdischen PKK-Rebellen in Südostanatolien will die Türkei ihren Kampf gegen die Kurdenrebellen verstärken. Spitzen von Staat und Militär beschlossen bei einer Krisensitzung am Montag "kurz- und mittelfristige Zusatzmaßnahmen", wie das Präsidialamt nach dem dreistündigen Treffen mitteilte. So will die Türkei die Kooperation mit den Nachbarländern bei der Bekämpfung der PKK verstärken.

11 Tote am Samstag
Bei einem Angriff von Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bei Semdinli im Dreiländereck mit dem Irak und dem Iran kamen am Samstag elf Soldaten ums Leben; bei einem weiteren PKK-Anschlag im ostanatolischen Elazig starb wenig später ein weiterer Soldat. Die PKK-Kämpfer waren von ihrem Hauptquartier im Nordirak aus in die Türkei eingesickert.

Als Reaktion auf den Tod der Soldaten berief Staatspräsident Abdullah Gül das Krisentreffen ein. Laut Präsidialamt entschied die Runde unter anderem, die Einrichtungen von Armee und Geheimdienst in der Kurdenregion auf den Prüfstand zu stellen. Nach Presseberichten hatte die Armee die heranrückenden PKK-Trupps vor dem Angriff vom Samstag zwar geortet, aber für Hirten oder Schmuggler gehalten.

Treffen mit Gül
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, ranghohe Generäle der Armee sowie mehrere Minister und Geheimdienstchef Hakan Fidan nahmen an dem Treffen mit Gül teil; entgegen ersten Mitteilungen nahm Generalstabschef Ilker Basbug nicht an dem Treffen teil. Basbug, Gül und Erdogan kommen aber am Donnerstag bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats zusammen, bei der es ebenfalls um die Lage im Kurdengebiet gehen wird.

Nationalisten hatten nach dem jüngsten PKK-Angriff die Wiedereinführung des Kriegsrechtes in Südostanatolien gefordert, was von Basbug zurückgewiesen wurde. Die US-Botschaft in Ankara deutete unterdessen die Bereitschaft Washingtons zu einer weitergehenden Hilfe im Kampf gegen die PKK an. Seit mehr als zwei Jahren erhält die Türkei von den USA Geheimdienstinformationen über die PKK im Nordirak, dringt aber auf einen schnelleren und ausgeweiteten Informationsfluss.

45.000 Tote seit 1984
Die von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte PKK hatte in den vergangenen Wochen ihre Angriffe wieder erheblich verschärft. Seit Ausbruch des bewaffneten Konfliktes zwischen den Rebellen und der türkischen Armee 1984 sind rund 45.000 Menschen ums Leben gekommen.

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