So kaputt ist unsere Erde

Klimabericht

So kaputt ist unsere Erde

Fünf Jahre lang analysierten 309 Experten aus 70 Nationen Klimatrends, Gutachten und Studien. Jetzt wurde der 2.000 Seiten dicke UN-Weltklimareport veröffentlicht. Das Ergebnis ist schlimmer als befürchtet: Die voranschreitende Erderwärmung wird dramatische Folgen haben – auf allen Kontinenten:

Temperaturanstieg: Bis zu 12 Grad wärmer als jetzt
Die Durchschnittstemperatur kann in diesem Jahrhundert je nach Region um bis zu 12 Grad steigen, heißt es in diesem zweiten von drei Teilberichten. Schon ein Temperaturanstieg von vier Grad könnte für die Weltwirtschaftsleistung desaströse Folgen haben, ein Zehntel der Wirtschaftsverluste wird durch das Klima bedingt sein.

Mehr Dürre, mehr Trockenheit: Menschen wandern aus
Die Folge der Erwärmung: extreme Hitze, Trockenheit, Dürre, Waldbrände. „Ganze Regionen wie Afrika, China und Indien trocknen aus“, meint Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb zu ÖSTERREICH. Die Konsequenz: „Die Umsiedlung der Menschen wird erhöht“, heißt es im Bericht. Die Migration nimmt zu.

Getreideanbau: Weniger Ernte, Wasserknappheit
Die Trockenheit reduziert die Ernteerträge von Reis, Soja, Mais oder Weizen: Einbußen von bis zu einem Fünftel sind zu befürchten. Mehr Menschen werden von Wasserknappheit betroffen sein, vor allem in ärmeren Gebieten. Hungersnöte drohen. Aber auch in Mitteleuropa erschwert die Trockenheit den Obst- und Gemüseanbau. Die Knappheit von lebenswichtigen Ressourcen könnte vermehrt zu Bürgerkriegen führen, prognostizieren die UN-Experten.

Artensterben: Tiere und Pflanzen sterben aus
Der Klimawandel hat auch drastische Folgen für die Ozeane: Sie werden wärmer und durch das Kohlendioxid saurer. Meeresorganismen wie Korallen oder Austern bauen ihre Schalen schwerer auf, Fische wie der Kabeljau flüchten polwärts. Klimazonen werden sich extrem schnell verschieben, ein Drittel der Tier- und Pflanzenwelt stirbt bis 2050 aus.

Meeresspiegel steigt, Gletscher schmelzen
Der Meeresspiegel droht, um bis zu 70 Zentimeter anzusteigen. Stetig schwellende Meere werden zu Überflutungen führen – vor allem in Europa und in Asien. Ganze Städte könnten verschwinden. Gletscher und das Meereis der Arktis schrumpfen. Experten geben aber ein wenig Hoffnung: „Es ist nicht ganz zu spät.“

(prj)

Klimawandel.jpg © APA

Klimaexpertin Kromp-Kolb warnt: "Bis 2050 stirbt ein Drittel der Tiere"

ÖSTERREICH: Der neue Klimareport enthält beängstigende Prognosen. Was ist für Sie am beunruhigendsten?
Helga Kromp-Kolb: Fest steht, dass die Extremereignisse wie Hitzewellen, Regenphasen und Sturm in ihrer Intensität zunehmen. In einzelnen Regionen steigen sie auch in der Häufigkeit.

ÖSTERREICH: Was ist das Neue an diesem Report?
Kromp-Kolb: Wir haben mehr Wissen über Änderungen, auch weil mehr Autoren aus der Dritten Welt beteiligt waren. Zum Beispiel über den Ozean, der wärmer wird. Fische flüchten in Richtung Norden zu den Polen. Der Ozean versauert zunehmend, was Folgen für die Schalentiere hat. Bis 2050 ist ein Drittel der Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht, wie der Eisbär, Mäuse und Insekten.

ÖSTERREICH: Wie sieht es mit Trockenheit aus?
Kromp-Kolb: Regionen wie Afrika, China und Indien werden trockener. Auch in Mitteleuropa wie Spanien hat es weniger Bodenfeuchte, weniger Niederschläge. Wasserknappheit ist ein sehr großes Thema. Der Anbau von Getreide wird viel schwieriger, mit wirtschaftlichen Einbußen ist zu rechnen.

ÖSTERREICH: Welche Konsequenzen hat der Klimawandel für die Gesundheit?
Kromp-Kolb: In Mitteleuropa werden die Menschen primär in den Städten unter den großen Hitzewellen leiden.

(prj)

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