US-Außenminister Kerry in Bagdad

Irak

US-Außenminister Kerry in Bagdad

US-Außenminister John Kerry ist am Montag überraschend zu einem Besuch in der irakischen Hauptstadt Bagdad eingetroffen. Das teilte die Sprecherin des State Departments, Jen Psaki, in Washington mit. Kerry soll unter anderem mit Premier Nouri al-Maliki über die Krise im Irak beraten.

Kerry hatte vor seiner Ankunft in Bagdad Ägypten und Jordanien besucht. Dass Kerry während der insgesamt sechstägigen Reise auch in den Irak reisen würde, war in Washington erwartet worden. Von offizieller Seite wurde dies aus Sicherheitsgründen aber nicht bestätigt worden. Nach Angaben des State Departments reist der US-Außenminster anschließend nach Europa weiter, wo er unter anderem am Treffen der NATO-Außenminister teilnimmt.

ISIS-Miliz rekrutiert Kindersoldaten
Rebellengruppen in Syrien rekrutieren nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Kindersoldaten. Einige Rebellengruppen setzten bereits 15-Jährige zum Kampf ein, erklärte HRW am Montag. Jugendliche würden unter dem Deckmantel angeworben, sie hätten bei den Rebellengruppen Zugang zu Bildung.

So habe die Jihadistenorganisation Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (ISIS) mit Kampagnen für kostenlose Schulbildung Kinder rekrutiert, erklärte HRW. Die Minderjährigen würden an der Waffe ausgebildet und für gefährliche Einsätze und Selbstmordanschläge missbraucht. Der HRW-Report basiert auf Zeugenberichten von 25 zum Teil noch aktiven Kindersoldaten. Diese dienten für die ISIL, die Freie Syrische Armee (FSA) die Islamische Front, die islamistische Al-Nusra-Front sowie für kurdische Rebellengruppen.

Die ISIS-Miliz hatte am Wochenende mehrere Orte im Westirak eingenommen und ihre Machtposition dort ausgebaut. Das benachbarte Jordanien mobilisierte nach dem Vorrücken der Kämpfer der sunnitischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) die Streitkräfte an seiner Grenze. Das Königreich habe Dutzende Verbände entlang der Grenze aufgeboten, verlautete aus Militärkreisen in Amman. Berichten zufolge sollen ISIS-Kämpfer die Stadt Rutba auf der Straße von Bagdad nach Amman und einen strategisch wichtigen Grenzübergang nach Jordanien eingenommen haben.

Die Außenminister der 28 EU-Staaten wollen am Montag in Luxemburg die Gewalt der Islamisten verurteilen und eine Regierung fordern, in der Sunniten und Schiiten gleichermaßen vertreten sind. "Unsere Möglichkeiten der Einflussnahme sind begrenzt", sagte ein Diplomat.

Sunnitische Terrorgruppen wie ISIS kämpfen gegen Schiiten, die sie als "Abweichler" von der wahren Lehre des Islams ansehen. Die ISIS-Kämpfer verbreiten derzeit Angst und Schrecken in der Region. Hunderttausende sind vor ihnen auf der Flucht.

Von der syrischen Provinz Rakka aus waren die ISIS-Kämpfer vor einigen Monaten ins westirakische Anbar gekommen. In der Stadt Falluja setzten sie sich im Jänner fest, eroberten Waffendepots der irakischen Armee und hielten Angriffen der Regierungstruppen stand. Vor eineinhalb Wochen nahmen sie die Millionenstadt Mossul ein und zogen dann rasch weiter in Richtung Bagdad. Inzwischen haben die Islamisten große Landstriche im Norden und Westen des Iraks unter ihrer Kontrolle.

Mittlerweile nutzen die Islamisten laut Beobachtern im Irak erobertes US-Militärmaterial im Kampf gegen die syrische Armee. ISIS-Kämpfer hätten am Sonntag bei der Eroberung zweiter Dörfer in der Provinz Aleppo erstmals gepanzerte Humvee-Geländefahrzeuge eingesetzt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.








 

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