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USA in Angst vor Racheakt

Bin Laden tot

USA in Angst vor Racheakt

Nach dem Tod von Terroristenchef Osama bin Laden haben die USA ihre diplomatischen Vertretungen in aller Welt in Alarmbereitschaft versetzt. Grund ist die Befürchtung, dass Terroristen Vergeltungsanschläge verüben könnten. US-Amerikaner in Staaten, "in denen die Tötung Bin Ladens Gewalt auslösen könnte", wurden in einer weltweiten Reisewarnung aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben.

Warnung von Interpol
Interpol sieht nach dem Tod von Osama bin Laden eine erhöhte Terrorgefahr in der Welt. Die internationale Polizeiorganisation forderte deshalb am Montag "besondere Maßnahmen der Wachsamkeit". "Den meistgesuchten Terroristen der Welt gibt es nicht mehr, aber der Tod bin Ladens bedeutet nicht das Verschwinden der Organisationen, die Al-Kaida angegliedert oder davon inspiriert sind", teilte Interpol-Chef Ronald Noble in Lyon mit.

Vergeltung von Al-Kaida
Sicherheitsexperten in Großbritannien gehen davon aus, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida nach dem Tod seines Anführers Osama bin Laden "ohne Zweifel zurückschlägt." Der Triumph der Amerikaner könne zu ernsten Vergeltungsmaßnahme führen. Organisationen in aller Welt müssen nun voraussichtlich ihre Sicherheitsmaßnahmen aufstocken, sagte John Gearson vom Institut für Terrorismusstudien am Londoner Kings College.

   "Ich glaube, die Bedeutung dessen, was geschehen ist, kann nicht überschätzt werden", sagte Gearson. "Ich erwarte, dass Botschaften und Militärstützpunkte in aller Welt für einige Zeit in hoher Alarmbereitschaft sein werden", betonte er. Man müsse damit rechnen, "dass die Al-Kaida sehr wohl demonstrieren will, dass sie immer noch stark und im Spiel ist", sagte der Wissenschafter.

   Die größte Gefahr aus Gearsons Sicht ist mittelfristig, dass die USA ihren Fokus verlieren, dass sie sich zurücklehnen und damit den Überbleibseln von Al-Kaida eine Gelegenheit bieten, sich neu zu ordnen und wieder stärker zu werden. "Die Al-Kaida wird ein großes Sicherheitsanliegen bleiben", sagte Gearson.

   Der frühere Kommandant der britischen Truppen in Afghanistan, Oberst Richard Kemp, sagte der BBC: "Ich glaube, das ist auf keinen Fall das Ende der Al-Kaida. "Sie werden versuchen, sich zu erholen, sie werden ohne Zweifel versuchen zurückzuschlagen in irgendeiner Form." Kemp hält die Al-Kaida jedoch für nicht in der Lage, einen großen Anschlag wie 2001 in New York und Washington zu verüben.


 

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