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USA stehen in Flammen

Nach Teenager-Erschießung

USA stehen in Flammen

Polizeiautos stehen in Flammen. Geschäfte werden geplündert. Ganze Straßenzüge sind unpassierbar. Nachdem bekannt wurde, dass jener Todesschütze, der den schwarzen Teenager Michael Brown (†18) im August in Ferguson erschossen hatte, für seinen Tat nicht belangt wird, gehen die ­Wogen in den USA hoch. Und: Die Gewaltwelle brei­tete sich gestern sogar über ganz Amerika aus.

Sogar vor dem Weißen Haus wurde jetzt demonstriert
Gleich in 170 US-Metropolen (!) von New York bis Los Angeles kam es in der Nacht auf Mittwoch zu teils gewalttätigen Protesten. Demonstranten prangerten lautstark Rassismus und Polizeibrutalität an.

Auch vor dem Weißen Haus in Washington, D. C., versammelten sich gestern Hunderte. Sie skandierten den Schlachtruf der Protestbewegung: „Hände hoch! Nicht schießen!“ Der Slogan entstand, da Brown sich ja angeblich vor den Todesschüssen mit erhobenen Händen ergeben haben soll. Todesschütze Darren Wilson dementiert dies weiterhin vehement.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Gewalt­akte, doch zeigte er auch Verständnis für den Zorn vieler Afroamerikaner wegen harter Polizeitaktiken: „Das ist kein Ferguson-Problem, sondern ein amerikanisches Problem“, so Obama.

VIDEO: Jetzt spricht der Todesschütze

Video zum Thema Ferguson: Jetzt spricht der Todesschütze

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US-Justizminister kündigt jetzt Untersuchung an
Ob der weiße Polizist Wilson allerdings völlig ungestraft davonkommen wird, ist derzeit noch ungewiss. US-Justizminister Eric Holder kündigte bereits eine Untersuchung an. Der 28-jährige Polizeioffizier ist seit August von seiner Dienststelle suspendiert.

(bah, mud)

Der Todesschütze im ersten Interview -  Polizist: "Ich habe ein reines Gewissen"

Der Polizist Darren Wilson (28) ist noch nicht einmal drei Jahre lang im Dienst, als es zu den Todesschüssen kommt.

Darren Wilson über den Beginn der Auseinandersetzung:
Er hat zuerst geschlagen. Ich wusste nicht, ob ich noch einen derart heftigen Schlag aushalten würde.

… über den ersten schuß:
Ich habe meine Pistole herausgenommen und auf ihn gezielt. Ich sagte: „Tritt zurück, oder ich erschieße dich.“ Als Antwort sagte er, ich wäre ein zu großes Weichei, um ihn zu erschießen. Während er das sagte, griff er zum Abzug meiner Waffe und wollte mich damit erschießen. Da habe ich zum ersten Mal geschossen.

… über seine Gedanken dabei:
Ich dachte mir: Kann ich diesen Typen erschießen, kann ich ihn legal erschießen? Ich musste es tun. Wenn nicht, würde er mich töten.

… über Reue:
Ich habe alles richtig gemacht. In dieser ­Situation konnte ich nichts anderes machen, um seinen Tod zu verhindern.

… über sein gewissen:
Ich habe ein reines Gewissen, weil ich meinen Job richtig gemacht habe.

… über die Erinnerung daran:
Ich glaube nicht, dass es quälend ist. Es wird immer etwas sein, das passiert ist.

VIDEO: Die Eltern von Michael Brown im Interview

Video zum Thema Ferguson: Eltern des Opfers im Interview

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Obama enttäuscht Afroamerikaner

Er ist der erste schwarze Präsident der US-­Geschichte, aber zum Mord ­eines schwarzen Teenagers durch einen weißen Polizisten äußerte er sich wortkarg bis gar nicht. Sogar die New York Times widmete dem mächtigsten Mann der Welt eine bitterböse Karikatur.

Erst als die Unruhen nun völlig außer Kontrolle gerieten, verurteilte Obama am Dienstag die Proteste als ­„kriminelle Akte“. Viel zu spät, wie Kritiker finden.

Obama_Patrick-Chappatte.jpg © Patrick Chappatte

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