USA warnen Kim Jong-un: Geduld am Ende

Eskalation

USA warnen Kim Jong-un: Geduld am Ende

US-Außenminister Rex Tillerson hat Nordkorea wegen dessen Atomprogramm mit entschiedenen Maßnahmen gedroht und dabei am Freitag auch ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen.

Alle Optionen am Tisch
"Die Politik der strategischen Geduld ist zu Ende gegangen", sagte Tillerson nach einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Se in Seoul. "Wir prüfen eine neue Bandbreite diplomatischer, Sicherheits- und wirtschaftlicher Maßnahmen", hob Tillerson hervor. "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

Der US-Außenminister versicherte, dass sein Land kein Interesse an einem militärischen Konflikt habe. Wenn die Bedrohung durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm aber ein Niveau erreiche, "das unserer Überzeugung nach Handeln erfordert, dann ist diese Option auf dem Tisch". Wenn Nordkorea seine gegenwärtige Waffentechnologie behalte, wäre dies "eine wahre Bedrohung". Aus seiner Sicht seien noch nicht alle Maßnahmen ausgeschöpft, die die UNO-Resolutionen gegen Pjöngjang möglich machten, sagte Tillerson.

Vor seinem Treffen mit dem südkoreanischen Außenminister hatte Tillerson am Freitag den US-Militärstützpunkt im südkoreanischen Osan besucht und sich von dort per Hubschrauber in die entmilitarisierte Zone zwischen Südkorea und Nordkorea bringen lassen. Dort traf er den Kommandanten der in Südkorea stationierten 28.000 US-Soldaten. Später wollte Tillerson den amtierenden südkoreanischen Staatschef Hwang Kyo Ahn treffen.

Bisherige Politik gescheitert

Tillerson hatte am Donnerstag bei seinem Besuch in Tokio die bisherige Nordkorea-Politik für gescheitert erklärt. "Ich denke, es ist wichtig zuzugeben, dass die politischen und diplomatischen Bemühungen der vergangenen 20 Jahre, Nordkorea an den Punkt einer Denuklearisierung zu bringen, gescheitert sind", sagte er nach einem Treffen mit seinem japanischen Kollegen Fumio Kishida. Angesichts der "unaufhörlichen Eskalation" sei "ein neuer Ansatz notwendig".

Nordkorea fordert die Weltgemeinschaft zunehmend heraus. 2006 hatte das isolierte kommunistische Land seinen ersten Atomtest vorgenommen. Auch im vergangenen Jahr unternahm Nordkorea zwei Atomwaffentests und eine Reihe von Raketentests. Am Montag vergangener Woche feuerte Nordkorea vor seiner Ostküste vier Raketen ins Meer ab und provozierte damit erneut seine Nachbarländer und die USA. Pjöngjang verstieß damit gegen mehrere Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.

Am Samstag will Tillerson nach China reisen, das Nordkoreas wichtigster Partner ist. "Wir glauben, dass sie eine sehr wichtige Rolle zu spielen haben", sagte der US-Außenminister über die Volksrepublik.

Zwar fordert auch Peking von Pjöngjang ein Ende der Raketentests, allerdings ist die chinesische Regierung verärgert über die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in Südkorea, mit der die US-Armee vorige Woche Dienstag begonnen hatte. China sieht in dem System eine Bedrohung seiner eigenen Sicherheitsinteressen.
 

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