Überfall auf Menschenrechtler und Reporter

Russland

Überfall auf Menschenrechtler und Reporter

Bei einem Überfall auf Menschenrechtsaktivisten und Reporter in der russischen Konfliktregion Nordkaukasus haben Unbekannte mindestens sechs Menschen verletzt. Etwa 20 Maskierte hätten den Wagen der Gruppe gestoppt, die Insassen herausgezerrt und das Fahrzeug in Brand gesetzt, sagte Dmitri Utukin von der Organisation Komitee gegen Folter am Mittwochabend dem Moskauer TV-Sender Doschd.

Mit Knüppeln traktiert
Die Leitung der Teilrepublik Inguschetien bestätigte den Zwischenfall im Grenzgebiet zu Tschetschenien. Vier Verletzte seien in ein Krankenhaus gebracht worden, meldete die Agentur Tass. Unter den acht Überfallenen waren auch Korrespondenten aus Schweden und Norwegen.

Die Angreifer hätten die Gruppe als "Terroristen" beschimpft und mit Knüppeln traktiert, berichtete der russische Journalist Jegor Skoworoda. In dem Auto seien auch Dokumente und Technik verbrannt.

Immer wieder Angriffe
Im Nordkaukasus sind Aktivisten und kritische Journalisten immer wieder Ziel von Angriffen. Der Mord an der Menschenrechtlerin Natalia Estemirowa löste 2009 international Empörung aus. Die Tat ist weiter nicht aufgeklärt. Erst vor kurzem war das Büro des Komitees gegen Folter in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny verwüstet worden. Vorwürfe, wonach die Behörden hinter den Attacken stecken, weist der kremltreue autoritäre Republikchef Ramsan Kadyrow stets zurück.

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