Überschwemmungen im westafrikanischen Niger

Mindestens 38 Tote

Überschwemmungen im westafrikanischen Niger

Bei schweren Überschwemmungen im afrikanischen Sahel-Staat Niger sind mindestens 38 Menschen gestorben. Mehr als 92.000 Bewohner des armen Landes seien durch die Unwetter obdachlos geworden, teilte das UN-Büro für humanitäre Hilfe am Mittwoch in Niamey mit. Mehr als 26.000 Stück Vieh seien ums Leben gekommen, über 9.000 Häuser wurden demnach zerstört.

Die Zahlen stellen eine Gesamtbilanz seit Beginn der Überschwemmungen im Juni dar. Bisher hatte die UNO die Zahl der Getöteten mit 14 angegeben; schwere Niederschläge im August hätten dann weitere Schäden in dem Land angerichtet hat, das sonst oft mit Dürreperioden zu kämpfen hat. Besonders betroffen seien die Wüstenregionen um Agadez und Tahoua.

Die Hauptstadt Niamey blieb bisher weitgehend verschont, knapp 400 Menschen sind dort betroffen. Weiterhin groß ist jedoch die Gefahr von Überschwemmungen durch den Fluss Niger, der die Kapitale durchfließt. In der Region Agadez, wo es ansonsten fast nie regnet, fielen mancherorts binnen Stunden 115 Millimeter Regen - laut Behörden so viel wie sonst in einem Jahr.

Das UN-Büro für humanitäre Hilfe hatte für dieses Jahr mit rund 105.000 Betroffenen durch Überschwemmungen in dem Land gerechnet. Nun sei der Notfall bereits bei "mehr als 85 Prozent" von ihnen eingetreten.

Nach UN-Angaben werden derzeit rund 50.000 Nigrer von Hilfsorganisationen und den Behörden versorgt. Niger zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.
 

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