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Ukraine: 38 Tote nach Straßenschlacht in Odessa

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Beim Brand eines Gewerkschaftsgebäudes in der südukrainischen Hafenstadt Odessa sind am Freitag mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Dies gab die Polizei in der Schwarzmeerstadt am Abend bekannt. Der Brand sei nach Auseinandersetzungen zwischen pro-russischen Separatisten und Anhängern der ukrainischen Landeseinheit ausgebrochen. Es handle sich um eine "kriminelle Brandstiftung".

"38 Menschen sind ums Leben gekommen. 30 starben an einer Rauchgasvergiftung, acht weitere nachdem sie auf der Flucht vor den Flammen aus dem Fenster gesprungen waren", hieß es.

Die Millionenstadt liegt an einer strategisch wichtigen Position im Südwesten der Ukraine. Russische Truppen könnten von dort aus schnell in die von der Republik Moldau abtrünnige Region Transnistrien vorstoßen. Die östlich gelegene Halbinsel Krim hat sich Russland bereits einverleibt. Im äußersten Osten des Landes haben pro-russische Separatisten bereits mehrere Verwaltungsgebäude besetzt. Nächsten Sonntag wollen sie ein Unabhängigkeitsreferendum abhalten.

Truppen rücken in Slawjansk vor - Berichte über Tote
Ukrainische Regierungstruppen sind gegen Warnungen aus Russland mit schweren Waffen ins Zentrum der von Separatisten besetzten Stadt Slawjansk vorgerückt. Zwei Soldaten seien bei einem Feuergefecht in der Ostukraine getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Freitagabend mit.

Die russische Staatsagentur Itar-Tass meldete, das Hauptquartier der prorussischen Aktivisten, die die Stadt seit Wochen kontrollieren, liege unter Beschuss. Die Agentur Interfax zitierte Separatisten, wonach elf gepanzerte Fahrzeuge sowie mehrere Busse mit Infanterie ins Zentrum eingedrungen seien. In der 130.000 Einwohner zählenden Stadt befinden sich auch acht festgesetzte OSZE-Beobachter.

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Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, "Terroristen" hätten mit tragbaren Flugabwehrraketen zwei Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 abgeschossen. Dabei seien zwei Besatzungsmitglieder getötet und weitere verletzt worden. Später seien vier mutmaßliche Schützen festgenommen worden. Das Ministerium veröffentlichte Fotos von vier gefesselten Männern in Zivilkleidung mit über den Kopf gestülpten Säcken.

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Putin: "Letzte Hoffnung" auf Frieden zerstört
Kremlchef Wladimir Putin warf Kiew vor, mit der Aktion die "letzte Hoffnung" auf eine diplomatische Lösung zu zerstören. Die Führung in Kiew habe in den Kampfmodus geschaltet und greife friedliche Siedlungen an, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Agenturen. Er sprach von einer "Strafaktion" der Regierungstruppen.

Das russische Außenministerium gab den USA und der EU eine Mitschuld an der Eskalation. "Indem sie die Organisatoren des Regierungsumsturzes in Kiew in ihrer Linie einer gewaltsamen Niederschlagung der Proteste unterstützt haben, haben sich USA und EU große Verantwortung aufgeladen", teilte das Außenamt in Moskau mit. Damit werde eine friedliche Krisenlösung immer unwahrscheinlicher. "Wir fordern den Westen mit Nachdruck auf, seine destruktive Politik (...) zu beenden."

Die Europäische Union forderte ihrerseits eine "Deeskalation". "Wir verfolgen die Lage in der Ostukraine mit zunehmender Besorgnis", sagte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Die EU fordere "so rasch wie möglich" eine Umsetzung des Genfer Abkommens, das unter anderem eine Räumung besetzter Gebäude und eine Entwaffnung militanter Gruppen vorsieht.

In Slawjansk hält die "Volksmiliz" seit einer Woche mehrere Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fest, darunter drei Bundeswehr-Soldaten und einen deutschen Dolmetscher. Die Geiseln seien an einen "sicheren Ort außerhalb der Kampfzone gebracht" worden, sagte Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow "bild.de". Der Angriff habe alle Gespräche über einen eventuellen Austausch gegen gefangene Gesinnungsgenossen "zunichtegemacht", wurde Ponomarjow später von Ria Nowosti zitiert.

Westliche Behörden hatten am Freitag direkten Kontakt zu den OSZE-Männern. Dies teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mit, ohne genauere Angaben dazu. Beinahe zeitgleich versicherte das dänische Militär, dass es den Festgehaltenen den Umständen entsprechend gut gehe. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte dennoch: "Ich bin in großer Sorge um die in Slawjansk festgehaltenen OSZE-Inspekteure."
 

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