Ukraine-Milliardär in Wien verhaftet

Wien

Ukraine-Milliardär in Wien verhaftet

Der Gasmilliardär Dmitry Firtash (48) war Mittwochabend gerade auf dem Weg zum Flughafen, als er sein Haus in der Schwindgasse 5 im 4. Bezirk samt Bodyguards verließ. Ziel des Top-Oligarchen: London. Aus der Reise wurde nichts. Ein Polizeitrupp samt Eliteeinheit Cobra verhaftete den smarten Business-Mann auf offener Straße. Jetzt sitzt Firtash, dessen Vermögen auf mehr als 3,3 Milliarden Dollar geschätzt wird, in der Justizanstalt Josefstadt. Der Vorwurf: Bestechung und Bildung einer kriminellen Vereinigung bei Auslandsgeschäften – sprich: Mafia.

Putin
Hintergründe: Ermittelt wird gegen Firtash, der via Gazprom sowohl zu Putin als auch zu Ex-Ukraine-Präsidenten Janukowitsch exzellente Kontakte pflegt, seit 2006. „Auftraggeber“ für den Coup in Wien war der US-Geheimdienst FBI. „Im Zuge eines Amtshilfeverfahrens“, so Polizeisprecher Mario Hejl. Denn: Es soll verbotene Geldflüsse zu US-Firmen geben.

Raiffeisen
Zusammenhänge zur politischen Lage samt US-Sanktionen will man seitens der Polizei zwar nicht sehen – der Zeitpunkt des Zugriffs ist dennoch interessant.
Und Firtash ist nicht nur einer der reichsten Ukrainer, sondern auch in Österreich längst kein Unbekannter. Bereits 2007 waren seine Kontakte zur Raiffeisen Investment AG Gegenstand beim Banken-Untersuchungsausschuss im Parlament. Der Vorwurf damals: Geldwäsche.

Ob er an die USA ausgeliefert wird oder US-Behörden ihn hier vernehmen, ist unklar. Fix ist, dass „binnen 48 Stunden über eine Auslieferung entschieden wird“, so Nina Bussek von der Staatsanwaltschaft – bis heute, kurz vor Mitternacht. Für Firtash gilt die Unschuldsvermutung.

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