Umstrittene Stammzellen-Behandlung

Menschliche Embryonen

 

Umstrittene Stammzellen-Behandlung

In den USA ist nun erstmals ein Patient mit Stammzellen behandelt worden, die aus menschlichen Embryonen gewonnen wurden. Der Patient wurde in einem Krankenhaus für Rückenmarks- und Hirnverletzungen in Atlanta im US-Staat Georgia für den klinischen Test ausgewählt, wie die Gentechnik-Firma Geron Corporation am Montag mitteilte. Der Einsatz embryonaler Stammzellen ist ethisch höchst umstrittenen und birgt womöglich Krebsrisiken.

Querschnittlämung
Behandelt werden sollen in der Testreihe mehrere querschnittsgelähmte Patienten, bei denen die Verletzung des Rückenmarks ganz neu ist. Ihnen sollen binnen 14 Tagen die aus embryonalen Stammzellen gewonnenen Zellen gespritzt werden, wie das Unternehmen Geron weiter bekanntgab. Ziel der Therapie namens GRNOPC1 ist es, dass sich so die geschädigten Nervenzellen reparieren lassen. Dadurch sollen die Patienten ihr Gefühl und die Bewegungsfähigkeit zurückgewinnen.

Umstrittene Genehmigung
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte die weltweit erste Genehmigung für diese Behandlung mit embryonalen Stammzellen am Menschen im Jänner vergangenen Jahres erteilt. Bei der sogenannten Phase-I-Studie der Firma Geron soll zunächst die Sicherheit und Verträglichkeit einer solchen Stammzellen-Therapie untersucht werden. Trotz der Hoffnungen von Patienten und Ärzten warnen Kritiker unter anderem vor einem Krebsrisiko infolge der Behandlung, denn auch nach erfolgversprechenden Tests etwa an Mäusen ist nicht sicher, ob sich die Zellen wie gewünscht entwickeln.

Spezielle Therapien
Die Stammzellen-Forschung setzt zur Therapie schwerer Krankheiten wie Leukämie auf embryonale Stammzellen, die als pluripotent bezeichnet werden - also "Alleskönner" sind, weil sie sich praktisch in jede menschliche Zelle verwandeln können. So kann Ersatzgewebe für kranke Körperpartien gezüchtet werden. Dieses Verfahren ist jedoch ethisch höchst umstrittenen, denn die Stammzellen werden vor allem aus Embryonen gewonnen, die bei künstlichen Befruchtungen übrigbleiben. Kritiker argumentieren, dass menschliches Leben bereits mit der Befruchtung der Eizelle beginnt.

Die FDA-Genehmigung für die Studie war wenige Tage nach der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama gekommen. Dessen Vorgänger George W. Bush hatte die Stammzellforschung eingeschränkt. Neben der Klinik in Georgia sind sechs weitere Zentren in den USA an der Auswahl der Patienten beteiligt, die sich freiwillig zu der Geron-Studie melden müssen.

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