Unbehagen in Madrid nach Atom-U-Boot-Unfall

Vor Gibraltar

Unbehagen in Madrid nach Atom-U-Boot-Unfall

Nach einem Unfall mit einem atomgetriebenen britischen U-Boot vor Gibraltar hat Spanien von London "dringende Erklärungen" verlangt. Man habe in einem Schreiben an die britische Botschaft in Madrid "Informationen zum Ausmaß des Schadens und sonstige wichtige Angaben, die mit dem Ereignis in Verbindung stehen" angefordert, teilte das Madrider Außenministerium am Donnerstag mit.

U-Boot rammte Frachter

Die mit Torpedos und Marschflugkörpern bewaffnete "HMS Ambush" hat einen Atomreaktor-Antrieb ist eines der größten und modernsten U-Boote der Royal Navy. Am Mittwoch hatte das Jagd-U-Boot bei einer Übung in der Straße von Gibraltar einen Frachter gerammt. Die Ursache des Unfalls blieb zunächst unbekannt.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London blieben größere Schäden aus. Es gebe auch keine Verletzte, hieß es. Man kündigte dennoch Untersuchungen an.

Spanisch-britische Beziehungen belastet

Das U-Boot der Astute-Klasse ist 97 Meter lang und kostet knapp 2 Milliarden Euro. Es hat eine rund 100 Mann Besatzung. Die britischen Atomraketen sind auf vier U-Booten der Vanguard-Klasse stationiert.

Gibraltar belastet seit langem die spanisch-britischen Beziehungen. Seit mehr als drei Jahrhunderten erhebt Madrid Ansprüche auf das knapp sieben Quadratkilometer kleine Territorium im Süden der iberischen Halbinsel, das Großbritannien 1713 im Vertrag von Utrecht zugesprochen worden war. Nach dem Brexit-Entscheid der Briten schlug Spanien eine "geteilte Souveränität" vor.

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