'Hungermarsch' gegen Regierung Orban

Ungarn

'Hungermarsch' gegen Regierung Orban

Mit einem "Hungermarsch" von 200 Kilometern werden Bürgermeister, Parlamentsabgeordnete und Aktivisten des ungarischen Komitats Borsod gegen die rechtskonservative Regierung demonstrieren. Die Aktion mit dem Motto "Arbeit, Brot!" beginnt am 6. Februar in der nordostungarischen Stadt Miskolc und soll am 13. Februar auf dem Kossuth-Platz vor dem Budapester Parlament enden, berichteten ungarische Medien am Donnerstag. Mehrere Organisationen und Vereine erklärten sich bereits solidarisch mit den Protestierenden.

"Wer mit unseren Zielen einverstanden ist, soll sich uns anschließen, auch wenn es nur für einen Tag oder eine Stunde ist", heißt es in dem Aufruf. Das Kabinett von Viktor Orban müsse "seine Fehler eingestehen und mit einem schnellen Richtungswechsel den sozial schwachen Ungarn helfen".

Viele Bürgermeister würden "aus Angst vor der Macht" nicht am "Hungermarsch" teilnehmen, sagte der Ortschef von Alsogagy, Laszlo Toth. Die sozialen Zustände, Hunger, Elend, große Armut und hohe Arbeitslosigkeit in der Region hätten bereits "an Meuterei grenzende Zustände", erzeugt, die Spannungen in der Bevölkerung würden immer größer. Von monatlich 22.800 Forint (77,9 Euro) Sozialhilfe "kann man höchstens verhungern".

"Bürgerkrieg nicht weit"
Mit dem "Hungermarsch" soll erreicht werden, dass Viktor Orban "endlich aufwacht", sonst sei der "Ausbruch eines Bürgerkrieges nicht weit", warnte Toth. Premier Orban würden die "kleinen Leute, die Niedrigverdiener nichts bedeuten". Im Jahr 2009 - vor dem Amtsantritt Orbans, aber bereits mitten in der Wirtschaftskrise - hätten 2,7 Millionen Ungarn unter dem Existenzminimum gelebt, heute seien es bereits vier Millionen, sagte der sozialistische Parlamentsabgeordnete Nandor Gur. Der Bürgermeister von Edeleny, Imre Komjathi, beklagt: "Die haben uns unseren Glauben, unser Selbstachtung genommen". Die Ungarische Vereinte Linke erklärte in einer Aussendung, die Regierungspartei Fidesz-MPSZ würde hinsichtlich der "sozialen Unempfindsamkeit" alle bisherigen Regierungen übertreffen.


 

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