Unsere Reporterin im Raketen-Hagel

Brandherd Grenze

Unsere Reporterin im Raketen-Hagel

Eyn Hashlosha, ein Kibbuz, unmittelbar an der Grenze zu Gaza. Rund um uns steigt Rauch auf. Die Luft riecht nach verbrannten Raketen, nach Bomben, nach Tod. Wir sind nur ein paar Hundert Meter von der Grenze zum Gazastreifen entfernt. Beide Seiten schießen aufeinander. Hier ist militärisches Sperrgebiet.

Vor dem Kibbuz stehen Soldaten – Panzer und Konvois. Hier wurde in der Früh ein Terrortunnel der Hamas entdeckt. Plötzlich per Lautsprecher: „Code Red, sofort auf den Boden.“ Es bleiben 15 Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Zum Glück sind wir neben IDF-Soldaten: Die jungen israelischen Soldaten schubsen uns in ihren kleinen Wachposten. „Leg dich auf den Boden“, sagt der Soldat ruhig, während er mir seinen Helm aufsetzt. Es macht „BUMM“ – wenige Meter neben uns schlägt die Rakete der Hamas Sekunden später ein.

Hier im tiefsten Süden Israels gibt es keine Bunker, keine Sirenen. Hier ist Krieg. Hier sind die Menschen ebenso in Gefahr wie im Gazastreifen. Während wir im Kibbuz sind, sehen wir die Flieger über uns gen Gaza aufsteigen. Dort am Horizont immer wieder schwarzer Rauch. Über 400 Menschen sollen in Gaza bereits getötet worden sein. Darunter auch Kinder und Zivilisten.

Auch die Anzahl der Toten in Israel steigt stark an
„Wir tun alles, um Zivilisten zu schützen“, sagt der 31-jährige IDF-Soldat David Dahan. Der Chef der jungen Likud David Hermelin ergänzt: „Die Hamas will vor allem Zivilisten töten.“

Auch die Zahl der israelischen Toten steigt. Nur hier werden keine Bilder von Verletzten verbreitet. Die wahre Zahl der Schäden wird verheimlicht. Man will den Palästinensern keinen Triumph gönnen.

Der ehemalige Chef des Kibbuz Jehuda Kedem serviert uns in seiner Küche selbst gepflanzten grünen Tee, während es neben uns permanent „Bumm“ macht. Der 83-Jährige und seine Frau „Puppi“ gehören zu den Wenigen, die hier geblieben sind. Familien wurden alle evakuiert. Hier versuchten Terroristen aus Gaza, ein „Massaker“ zu verüben. Ob er Angst habe? „Die ersten 51 Jahre hat man noch Angst“, sagt er lächelnd. Er ist seit 61 Jahren im Kibbuz. Er wünsche sich „Frieden für alle Kinder“, sagt er.

Daran basteln jetzt endlich auch internationale Politiker
Ein Kommandant sagt: „Wenn sie aufhören, Raketen auf uns zu schießen, kann morgen wieder Ruhe sein.“

Israel dementiert Entführung eines Soldaten durch Hamas

Israels UNO-Botschafter Ron Prosor hat die von der Hamas verkündete Gefangennahme eines israelischen Soldaten dementiert. "Diese Gerüchte sind unwahr", sagte Prosor am Sonntagabend (Ortszeit) am Rande einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt. Es befinde sich kein israelischer Soldat in der Gewalt der Hamas.

Die Essedin-el-Kassam-Brigaden hatten zuvor erklärt, einen israelischen Soldaten verschleppt zu haben. "Der israelische Soldat Schaul Aaron ist in den Händen der Essedin-el-Kassam-Brigaden", sagte ein Sprecher der Brigaden mit dem Kampfnamen Abu Obeida am Sonntagabend im Fernsehen. In Gaza-Stadt sowie in Ramallah und Hebron im Westjordanland kam es daraufhin zu Jubelszenen, wie AFP-Korrespondenten berichteten.

Die Essedin-al-Kassam-Brigaden sind der bewaffnete Arm der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri nannte die mutmaßliche Entführung einen "großen Sieg und eine Rache für das Blut der Märtyrer". Die Hamas hatte zuletzt im Jahr 2006 einen israelischen Soldaten verschleppt. Gilad Shalit wurde 2011 im Austausch gegen 1.027 in Israel inhaftierte Palästinenser freigelassen.


 

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