01. September 2010 08:51
Der Betreiber der chilenischen Mine San Jose, in der seit fast vier Wochen
33 Bergleute festsitzen, hat die Betroffenen um Verzeihung gebeten. "Der
Schmerz, der durch diese von uns nicht gewollte und nicht vorgesehene
Situation verursacht wurde, erfordert, dass wir um Verzeihung bitten für die
in diesen Tagen gefühlte Angst", sagte einer der Chefs des Unternehmens San
Esteban, Alejandro Bohn, bei einer vom Fernsehen übertragenen Anhörung vor
einem Untersuchungsausschuss des chilenischen Parlaments in Valparaiso.
Hoffen auf ein glückliches Ende
"Diese Situation ist
schrecklich" fügte Bohn hinzu. "Und wir hoffen, dass sie bald ein
glückliches Ende findet." Bohn wurde zusammen mit dem anderen Chef
des Unternehmens, Marcelo Kemeny, von dem Ausschuss zu dem Unglück befragt.
Der Parlamentsausschuss soll die Verantwortung für den Einsturz der Gold-und
Kupfermine klären. Die Mine im Norden Chiles war am 5. August eingestürzt.
Erst mehr als zwei Wochen später gab es ein Lebenszeichen der Bergleute. Am
Dienstag begannen nach langen Vorbereitungen die Bohrungen für einen
Rettungsschacht, durch den die Kumpel aus dem Stollen in 700 Meter Tiefe
befreit werden sollen. Die Bohrungen werden nach Schätzungen von Experten
bis zu vier Monate dauern.
Angst vor Hakenwurm
Unter Tage gelten Depressionen und
Angstzustände als große Gefahrenherde. Doch auch die Angst vor Parasiten
geht um. Der Hakenwurm etwa treibt in Bergstollen sein Unwesen. Er ist
gelblich-weiß, nur bis zu 12 Milimeter lang und gelangt als Larve über die
Haut in den Körper seines Wirtes. Dort nistet er sich im Darm ein. Übelkeit
und Erbrechen sind die Folge.
Einige der Bergarbeiter haben bereits Geschwüre und Pilzinfektionen. Der
Grund dafür ist der Notschacht mit seinem feucht, heißen Klima. Sie zogen
deshalb in eine tiefer gelegene Stelle um.