Vertauschtes Baby in Armut aufgewachsen

Japan

Vertauschtes Baby in Armut aufgewachsen

In Japan sorgt das Schicksal eines Mannes für Aufsehen, der kurz nach seiner Geburt vor 60 Jahren vertauscht wurde und dadurch statt in einer wohlhabenden Familie bei einer armen Witwe aufwuchs. "Ich hätte ein anderes Leben haben können. Ich möchte die Uhr bis zu dem Tag zurückstellen, an dem ich geboren wurde", sagte der Mann. 

In Armut statt Reichtum aufgewachsen
Der vertauschte Bub war das erste leibliche Kind eines wohlhabenden Paares, das später noch drei weitere Söhne bekam. Letztere wuchsen im Überfluss auf und erhielten Privatunterricht. Ihr älterer Bruder hingegen lebte mit seiner vermeintlichen Mutter und deren älteren Söhnen in einer Ein-Zimmer-Wohnung, deren größter Luxus ein Radio war. Später arbeitete er tagsüber in einer Fabrik und lernte nebenbei an der Abendschule. Schließlich wurde er Lastwagenfahrer.

Brüder entdeckten den Tausch durch DNA-Test
Die Verwechslung kam erst ans Licht, nachdem die leiblichen Eltern des vertauschten Buben gestorben waren. Seine drei Brüder machten mit ihrem vermeintlichen ältesten Bruder, der ihnen gar nicht ähnlich sieht, einen DNA-Vergleich. Da dieser ergab, dass sie weder die gleiche Mutter noch den gleichen Vater hatten, forschten die Brüder in den Krankenhausakten nach und fanden vergangenes Jahr schließlich ihren leiblichen ältesten Bruder.

Dieser sagte nun, nachdem er von seinem Schicksal und dem Tod seiner echten Eltern erfahren habe, habe er monatelang "täglich geweint". Nun wolle er aber endlich die verlorene Zeit mit seinen leiblichen Brüdern nachholen.

Krankenhaus muss Entschädigung zahlen
Er könne nicht verstehen, wie dieses folgenschwere Missgeschick passiert sei, meinte der Japaner, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde, am Mittwochabend (Ortszeit) in Tokio vor zahlreichen Medienvertretern. Der Mann war in der Geburtsklinik mit einem 13 Minuten später geborenen Buben vertauscht worden. Statt in seiner wohlhabenden Familie aufzuwachsen, zog ihn eine Witwe in ärmlichen Verhältnissen auf. Ein Gericht in Tokio verurteilte das Krankenhaus daher diese Woche zu einer Entschädigungszahlung in Höhe von 38 Millionen Yen (275.000 Euro).

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