27. Februar 2010 00:02
Der 30-jährige Killerwal „Tilikum“ (Spitz-name „Tilly“), der in SeaWorld die
Trainerin Shawn Brancheau (40) tötete, soll bereits ab Sonntag wieder in
Shows auftreten: „Morgen haben wir bereits die erste Show mit Fütterung,
nächste Woche die zweite“, bestätigte Jim Atchinson, Chef von SeaWorld.
Mit dieser Entscheidung gerät SeaWorld massiv unter Beschuss. Das sei reines
Profitdenken, wird kritisiert. Denn die Orca-Shows mit Tilly als Star waren
hochpopulär und sorgten für Millionen-Umsätze. Nach dem tödlichen Pooldrama
hat Tilly nun drei Menschen auf dem Gewissen: Eine Trainerin starb 1991, ein
Mann 1999. Die US-Bundesbehörden haben deshalb eine Untersuchung eingeleitet.
Die Parkverwaltung hatte auch über den Unfallhergang dreist gelogen. Zuerst
wurde behauptet, dass Brancheau ausgerutscht sei und ins Becken fiel. Und
Tilly hätte wegen seines „unberechenbaren Verhaltens“ kaum Kontakt mit der
Trainern gehabt. Ein von einer Besucherin angefertigtes Video zeigt das
Gegenteil: Da tollt Tilly mit Brancheau im Pool bei Show-Einlagen herum
(siehe rechts). Sie wirft Fische zur Belohnung in den Rachen, spielt mit
seinen Flossen. „Er hatte die Showeinlage gut absolviert“, gab Trainer
Tompkins zu: „Nichts deutete auf Gefahren hin.“ Es waren die letzten Bilder
der lebenden Brancheau.
Denn Sekunden später zieht der Wal die Trainerin an ihrem langen Zopf in die
Tiefe, rast mit ihrem Körper im Maul wild durch das Becken. Zeugen sahen,
wie sie mehrmals verzweifelt beim Auftauchen nach Luft schnappte. Helfer
mussten den Wal in ein Nebenbecken dirigieren, ihn aus dem Wasser heben, um
das Opfer aus den mit 52 Zähnen bestückten Riesenmaul zu befreien. In der
Autopsie ist von „schweren Wunden“ die Rede. Die offizielle Todesursache:
Ertrinken.