Vulkan Merapi spuckt wieder Asche und Lava

Tausende auf der Flucht

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Vulkan Merapi spuckt wieder Asche und Lava

Der indonesische Vulkan Merapi hat die Bewohner der indonesischen Insel Java am Sonntag mit neuen Aschefontänen und Lavaströmen in Atem gehalten. Hunderte Menschen, die trotz Warnungen der Behörden in ihre  Dörfer zurückgekehrt waren, stürzten sich auf Mopeds und in Autos, um dem heißen Ascheregen zu entkommen, berichteten lokale Medien. Die graue Asche erreichte am Wochenende auch die Großstadt Yogyakarta. Für die Opfer des Tsunamis auf den Mentawai-Inseln intensivierten die Retter inzwischen die Hilfe, da sich das Wetter besserte. Bei beiden Naturkatastrophen kamen mittlerweile insgesamt fast 500 Menschen um.

Wegen Vulkanasche auf den Start- und Landebahnen war der Flughafen von Yogyakarta vorübergehend geschlossen. Er wurde am Sonntag wieder geöffnet, doch leitete die nationale Airline Garuda ihre Flüge weiter nach Surakarta um. "Vulkanasche stört die Motoren", zitierte die Zeitung "Jakarta Post" einen Garuda-Sprecher.

Bisher 38 Tote
Am Wochenende hatten viele Anrainer des Merapi die Warnungen der Behörden in den Wind geschlagen und waren auf ihre Felder zurückgekehrt. Zehntausende Menschen leben in beengten Notunterkünften. Ein, zwei Angehörige pro Familie kehren immer wieder in ihre Dörfer zurück, aus Sorge um ihr Vieh und Angst vor Plünderern.

Der Vulkan war nach vier Jahren Ruhe am vergangenen Dienstag erstmals wieder ausgebrochen, seitdem kamen bisher 38 Menschen ums Leben. Der Merapi gehört zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt.

449 Tote nach Tsunami

Die Zahl der Opfer des tödlichen Tsunamis vor den Mentawai-Inseln stieg unterdessen weiter. Bis Sonntag waren 449 Leichen geborgen worden, knapp 100 Menschen wurden noch vermisst. Am Samstag waren mehr als 100 zunächst vermisst gemeldete Einwohner lebend gefunden worden. Sie hatten in Panik ihre Dörfer verlassen und im Wald campiert.

Die Inseln waren vor einer Woche von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Das Beben löste einen Tsunami mit meterhohen Wellen aus. Mehrere Dörfer wurden zerstört. Auf den westlich von Sumatra gelegenen Inseln warten noch immer viele Menschen auf Hilfe, Fähren brauchen von Sumatra aus etwa zehn Stunden.

15.000 verlieren ihr Heim
Am Samstag hatten Stürmen und hohe Wellen die Rettungskräfte behindert. Besseres Wetter am Sonntag erlaubte es den Helfern, ihren Einsatz zu intensivieren. Nach Auskunft der regionalen Zivilschutzbehörde konnten Hubschrauber und Schnellboote eingesetzt werden. Das indonesische Rote Kreuz erklärte, einige Gebiete seien noch immer unzugänglich.

Nach dem Erdbeben verloren fast 15.000 Menschen ihr Heim, Hunderte Gebäude wurden beschädigt. Auf den Mentawai-Inseln, etwa 150 Kilometer westlich von Sumatra, leben ungefähr 68.000 Menschen.

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