Homophob

Wie Homosexuelle verfolgt und bestraft werden

Homosexuelle werden in großen Teilen der Welt diskriminiert. Oft gelten gleichgeschlechtliche Beziehungen als illegal, im Extremfall droht sogar die Todesstrafe. Besonders prekär ist die Lage in Afrika und einigen arabischen Ländern. Beispiele:

UGANDA: Viele Schwule und Lesben leben in ständiger Angst. Denn Homosexualität unter Männern ist seit 1950 illegal. Seit einer Reform des Strafgesetzbuches 2000 gilt das Gesetz auch für Frauen. 2009 legte die Regierung einen Gesetzentwurf vor, der Schwulen und Lesben sogar mit der Todesstrafe drohte und Haftstrafen für alle vorsah, die sich für die Rechte der sexuellen Minderheiten einsetzen. Die "Anti-Homosexuality-Bill" wurde nur deshalb vorerst gestoppt, weil es internationale Proteste gab und wirtschaftliche Sanktionen drohten.

SIMBABWE: Präsident Robert Mugabe, der das Land seit mehr als 30 Jahren regiert, ist für seine Ausfälle gegen Homosexuelle bekannt: Gleichgeschlechtliche Liebe sei "Wahnsinn" und eine "ausländische Praxis, die in unser Land importiert wurde", sagte er unter anderem. Unter Strafe steht allerdings nur die Liebe unter Männern. Lesbische Bindungen werden nicht bestraft.

KENIA: Auch hier drohen Schwulen und Lesben lange Haftstrafen. Muslimische Führer verlangten sogar die Todesstrafe und forderten die Kenianer auf, homosexuelle Unternehmer und Geschäftsinhaber zu boykottieren, "um das abartige Treiben zu stoppen".

SUDAN: Wer zum ersten Mal bei homosexuellen Handlungen ertappt wird, muss mit hundert Peitschenhieben und fünf Jahren Gefängnis rechnen. So sieht es die Gesetzgebung im Sudan vor. Wer zum dritten Mal "überführt" wird, dem drohen lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Im Sommer 2010 zum Beispiel wurden 19 Transvestiten öffentlich ausgepeitscht.

IRAN: Im "Gottesstaat" leben viele Homosexuelle im Verborgenen. Denn es drohen drakonische Strafen bis hin zur Hinrichtung. Schwule und Lesben gelten offiziell als "krank" und "sittenlos". Schon ein Kuss kann mit 60 Peitschenhieben bestraft werden. Präsident Mahmoud Ahmadinejad sorgte international unter anderem mit der Behauptung für Empörung, im Iran gebe es keine Homosexuellen.

MALAYSIA: Bis zu 20 Jahre Haft und Auspeitschung drohen für homosexuelle Beziehungen. Denn diese seien "gegen die Natur", wie es im Gesetzestext heißt. Für Aufsehen sorgte der weltweit umstrittene Prozess gegen einen der prominentesten Politiker des Landes, Oppositionsführer Anwar Ibrahim. Ein früherer Mitarbeiter hatte ihn beschuldigt, Ibrahim habe ihn zum Sex gezwungen. 2012 wurde er überraschend freigesprochen. Menschenrechtler halten das Verfahren für politisch motiviert.

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