Wiener SS-Verbrecher wurde zum Mossad-Killer

Otto Skorzeny

Wiener SS-Verbrecher wurde zum Mossad-Killer

Ein österreichischer Offizier der Waffen-SS soll nach einem Medienbericht 1962 im Auftrag des israelischen Geheimdienstes getötet haben. Der Wiener Otto Skorzeny sei als Mossad-Agent für das Verschwinden des Raketentechnikers Heinz Krug verantwortlich gewesen, schreibt die israelische Zeitung "Haaretz".

Einsatz in Ägypten
Krug habe an einem Raketenprogramm Ägyptens, einem damals noch verfeindeten Nachbarn Israels, mitgearbeitet.

Skorzeny sei offenbar der einzige Nazi gewesen, den der Mossad später rekrutiert habe, sagte der Leiter des Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zuroff, am Dienstag. Einen Deal mit Skorzeny hält Zuroff aus israelischer Perspektive für sinnvoll: "Die Operation war absolut legitim, um Schaden abzuwenden."

Gegenleistung
Skorzeny soll als Gegenleistung für seine Mithilfe vom Mossad gefordert haben, von der Fahndungsliste des "Nazi-Jägers" Simon Wiesenthal gestrichen zu werden.

Das habe Wiesenthal verweigert, sagte Zuroff. Skorzeny sei als Agent für den Mossad infrage gekommen, weil er nicht aktiv am Holocaust beteiligt gewesen sei.

Über die Anwerbung von Skorzeny durch den Mossad wurde zwar bereits 1989 berichtet, aber nicht über die gezielte Tötung.

Als freier Mann gestorben
Der studierte Ingenieur hatte unter anderem 1943 die Befreiung des gestürzten italienischen Diktators Benito Mussolini organisiert. Bei einem Kriegsverbrecherprozess 1947 wurde er freigesprochen und setzte sich später in das franquistische Spanien ab. Er starb 1975 in Madrid als freier Mann im Alter von 67 Jahren an Krebs.

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