02. September 2010 11:40
München rüstet sich für das größte Volksfest der Welt. In gut zwei Wochen
beginnt das Oktoberfest, das heuer sein 200-jähriges Bestehen feiert. Zum
Jubiläum wartet die Wiesn mit nie dagewesenen Sicherheitsvorkehrungen auf.
Blumenkübel und bunt beklebte Litfaßsäulen aus Beton sollen als
Straßensperren Bollwerke gegen den Terror sein. Die Gäste sollen nicht vor
martialischen Polizeisperren stehen, die ihnen die Feierlaune verderben. Am
18. September heißt es "Ozapft is" - das erste Bierfass wird angezapft, es
darf gefeiert werden.
Die Festleitung erwartet einen noch größeren Ansturm als sonst. Wiesn-Chefin
Gabriele Weishäupl rechnet damit, dass bis zum 4. Oktober noch mehr als die
üblichen sechs Millionen Besucher kommen - auf dem Festgelände wird es noch
enger. Rund 300 Polizeibeamte sorgen für Sicherheit, stichprobenartig werden
an den Eingängen Taschen kontrolliert. "Die Sicherheit ist definitiv so hoch
wie nie", sagt Weishäupl. Drohungen des Terror-Netzwerks Al-Kaida gegen
Deutschland wie im vergangenen Jahr gibt es bisher nicht.
Streik droht
Nicht nur wegen der Sicherheitsvorkehrungen droht
ein Chaos in der Stadt. Es bahnt sich ein Streck bei den öffentlichen
Verkehrsmitteln an. Nachdem Tarifverhandlungen gescheitert waren, ist man
nun zusammen getreten und diskutiert eine Arbeitsniederlegung. Aus der
Gewerkschaft heißt es, dass dies auch während des Oktoberfests passieren
könnte.
Weiterer Aufreger: Erstmals gilt in den stets von Überfüllung bedrohten
Bierzelten ein komplettes Rauchverbot. Nach außen drängende Raucher und nach
innen drängende Gäste könnten sich gehörig in die Quere kommen. Man hofft
auf die Vernunft der Besucher. Es gilt der Appell: "Esst und trinkt mehr,
dann braucht's nicht rauchen."