Wulff durch 500.000-Euro-Kredit unter Druck

Deutschlands Präsident

Wulff durch 500.000-Euro-Kredit unter Druck

Um den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff gibt es Wirbel wegen eines Berichts der "Bild"-Zeitung über einen Privatkredit in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident. Wie die Zeitung (Dienstag) berichtet, soll er 2010 im Landtag auf die Frage nach einer Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmer nicht angegeben haben, dass er und seine Frau Bettina von der Unternehmergattin ein Darlehen über eine halbe Million Euro erhalten hatten.

Zuvor soll das Ehepaar Wulff seinen Weihnachtsurlaub 2009 in der Florida-Villa des Unternehmers Egon Geerkens aus Osnabrück verbracht haben. Die Grünen-Landtagsfraktion fragte Wulff der Zeitung zufolge damals, ob er zu diesem geschäftliche Beziehungen unterhalten habe. Daraufhin ließ Wulff im Landtag unter Hinweis auf Geerkens laut "Bild" erklären: "Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben." Die Zeitung spricht deshalb vom Verdacht auf Täuschung des Landtags.

Dementi
Das Präsidialamt wies dies am Dienstag zurück. Eine Anfrage aus dem Landtag sei korrekt beantwortet worden. Das Bundespräsidialamt betonte, die Anfrage sei "wahrheitsgemäß" beantwortet worden, weil sich die beiden Abgeordneten nach geschäftlichen Beziehungen erkundigt hätten. Bei dem Kredit habe es sich um einen "privaten Darlehensvertrag" mit der Ehefrau des Unternehmers gehandelt, mit dem Christian und Bettina Wulff den Kauf ihres Privathauses 2008 finanziert hätten.

Die Wulffs seien "seit vielen Jahren" mit der Ehefrau des Unternehmers befreundet. Das Privatdarlehen sei im Frühjahr 2010 durch eine Bankenfinanzierung zu einem niedrigeren Zinssatz abgelöst worden.

Kreditvertrag
Nach "Bild"-Recherchen hatte Wulff mit Geerkens Ehefrau im Oktober 2008 einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro zu einem Zinssatz von 4 Prozent geschlossen. "Mit dem Geld kauften die Wulffs zum Preis von 415.000 Euro ein Einfamilienhaus und zahlten dafür per Dauerauftrag 1.666 Euro Zinsen im Monat", schrieb das Blatt weiter.

Wulff habe den privaten Kredit im Februar 2010 wenige Tage nach der Parlamentsanfrage im Landtag von Hannover durch einen Kredit bei der BW Bank in Stuttgart abgelöst. Eigentlich wäre der Darlehensvertrag mit der Unternehmer-Gattin noch bis November 2013 gelaufen, schrieb die Zeitung.

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