Zahlreiche Tote bei der Loveparade Zahlreiche Tote bei der Loveparade

Massenpanik

 

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Zahlreiche Tote bei der Loveparade

Bei einer Massenpanik während der Love-Parade sind am Samstag in Duisburg mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 45 Besucher wurden bei einem Gedränge in einem Tunnel vor dem Veranstaltungsgelände am ehemaligen Güterbahnhof schwer verletzt. Nach ersten Schätzungen waren mehr als eine Million Menschen bei der Love-Parade, die erstmals auf einem abgeschlossenem alten Bahngelände stattfand.

Massenpanik
Bei den Toten handelte es sich nach Polizeiangaben um neun Frauen und sechs Männer. Vor dem eingezäunten Gelände hatte sich auch am Nachmittag noch der Besucherstrom gestaut, einige andere Teilnehmer wollten aber auch schon nach Hause. Der Tunnel war dabei ein Nadelöhr. Rund um den Beginn der Abschlusskundgebung um 17.00 Uhr entstand Gedränge unter Besuchern, die schnell auf das Gelände wollten.

Hinweise auf betroffene Österreicher gebe es derzeit nicht, sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal am Abend auf Anfrage der APA. Er hoffe auf nähere Informationen im Laufe der kommenden Stunden.

Polizei gewarnt
Mehr als eine halbe Stunde vor der Massenpanik hatten Augenzeugen die Polizei nach eigenen Angaben vor der Gefahr gewarnt. "Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen", sagte der 21-jährige Raver Fabio. "Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter." Einige Menschen seien über Zäune und eine Leiter geklettert. Unmittelbar vor der Massenpanik hatte die Polizei berichtet, das Veranstaltungsgelände sei wegen Überfüllung geschlossen worden.

"Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei aber erst einmal nichts. "Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt", sagte Fabio.

"Wie eine Falle"
Ein anderer Augenzeuge berichtete, der Tunnel habe wie eine Falle gewirkt. Die Veranstalter seien vermutlich nicht richtig auf die Menschenmassen vorbereitet gewesen. "Das war programmiertes Chaos." Das Gelände sei wegen Überfüllung abgesperrt gewesen, und von hinten hätten durch den Tunnel die Massen gedrückt, sagte er: "Der Tunnel ließ keine Fluchträume zu."

Parade geht weiter
Trotz des tragischen Geschehens lief das Musikspektakel zunächst weiter, um eine mögliche weitere Panik zu verhindern. "Der Krisenstab der Stadt Duisburg hat sich entschlossen, aus Sicherheitsgründen die Veranstaltung zurzeit nicht zu beenden", erklärte Stadtsprecher Frank Kopatschek. Die Notausgänge des Geländes wurden aber inzwischen geöffnet.

Die Polizei sperrte den Hauptbahnhof. Bahnsprecher Udo Kampschulte sagte, durch die Panik seien viele Leute auf die Gleise in der Nähe des Love-Parade-Geländes ausgewichen. "Sämtliche Gleise sind jetzt gesperrt", erklärte Kampschulte. Zugverkehr in Richtung Süden gebe es seit kurz nach 18.00 Uhr nicht mehr. Mittlerweile würden sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof stauen. "Wir wollen versuchen, die Leute in Richtung Norden rauszubekommen". Neben der Bahnsicherheit sei auch die Bundespolizei im Einsatz.

Unterdessen wurde nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks die A59 für den Verkehr gesperrt, offensichtlich um die Rettungskräfte über die Autobahn zu leiten. Auf Bildern, die der Sender von dem Partygelände übertrug, war zu sehen, wie ein Hubschrauber zu landen versuchte. Neun Rettungshubschrauber seien im Einsatz, hieß es.

Die Love-Parade unter dem Motto "The Art Of Love" gilt als eine der wichtigsten und größten Veranstaltung zur "Ruhr.2010" im Kulturhauptstadtjahr. Die Raver-Parade war 1989 in Berlin gegründet worden und ist 2007 in Ruhrgebiet gezogen. 2009 hatte die Stadt Bochum kein geeignetes Gelände gefunden. In Duisburg fand sie erstmals auf einem abgeschlossenem alten Bahngelände mit nur 15 Floats statt. Im Sommer 2011 soll die Love-Parade in Gelsenkirchen Station machen.

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