Zehn Jahre Haft für Rhodes-Mörder

Berufung eingelegt

 

Zehn Jahre Haft für Rhodes-Mörder

Der Mörder der britisch-ungarischen Tierschützerin Eva Rhodes ist am Freitag in Ungarn zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das Komitatsgericht Györ-Moson-Sopron sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte Csaba A. sein Opfer im September 2008 ermordet hatte. Der Verteidigung sei es nicht gelungen, nachzuweisen, dass die Tat im Affekt erfolgte. Anklage und Verteidigung legten Berufung ein, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Die Angehörigen der Ermordeten fordern Gerechtigkeit und kritisieren die Unvollständigkeit der polizeilichen Ermittlungen und den Ablauf des Gerichtsverfahrens erster Instanz.

Opfer ausgeraubt
Als erschwerende Umstände wurde im Urteil festgehalten, dass der Täter den Leichnam des Opfers verbrannt hatte. Als erleichternd wurde das Geständnis des Täters gewertet, das zur Auffindung der sterblichen Überreste von Eva Rhodes geführt hatte. Laut Urteilsbegründung durch Richter Ferenc Köszler bestehe kein Zweifel an der Tatsache des Mordes, da der "erregte Zustand" des Täters nicht als ausreichend angesehen wurde, um den Tatbestand der Tötung im Affekt zu erfüllen.

Da zwischen der Gewalttat und der nachfolgenden Entwendung von Wertgegenständen des Opfers Stunden vergangen waren, wurde Csaba A. letztlich nicht - wie in der Anklageschrift - wegen Raubes, sondern nur wegen Diebstahls verurteilt. Nach der Urteilsverkündung legte der Staatsanwalt Berufung ein, da im Urteil die Entwendung der Wertgegenstände des Opfers nicht mehr als Raub qualifiziert wurde. Dabei handelt es sich um einen Laptop und um Bargeld. Der Verteidiger wiederum ging in Berufung, da seines Erachtens der Tatbestand des Mordes überhaupt nicht gegeben sei, sondern es sich lediglich um schwere Körperverletzung mit Todesfolge gehandelt habe.

Großteil des Leichnams verschwunden
Nach Anklageschrift hatte der Täter seine Arbeitgeberin Eva Rhodes am 10. September 2008 - auf den Tag genau vor zwei Jahren - mit Fäusten und einem Beil getötet. Die Tierschützerin, ein Ex-Model ungarischer Abstammung, besaß die britische Staatsbürgerschaft und betrieb im westungarischen Böny-Szölöhegy ein Tierheim. Eva Rhodes verschwand am 10. September 2008, sieben Monate später wurden ihr Schädel und Knochenstücke auf dem Grundstück des Tierheims gefunden. Der Rest des Leichnams ist bis heute verschwunden.

Am 20. April 2010 hatte Csaba A. die Tat gestanden. Das Gericht hatte in der Vorwoche den Antrag der Schwester von Eva Rhodes, die österreichische Staatsbürgerin Judith Majlath, abgelehnt, durch die Einbeziehung britischer Experten Antworten auf jene Fragen zu finden, die während des ungarischen Verfahrens nicht geklärt wurden. Majlath kritisierte am Freitag die ungarischen Behörden in einer Pressekonferenz erneut scharf und betonte, es handle sich um den Versuch, den brutalen Mord an ihrer Schwester herunterzuspielen und die genauen Umstände der Tat zu vertuschen.
 

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 7

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen