Zika: Zahl der importierten Fälle steigt

Viruserkrankung

Zika: Zahl der importierten Fälle steigt

Die Zahl der nach Europa eingeschleppten Zika-Virus-Fälle steigt. Mit dem Fernreiseverkehr sind derzeit immer wieder Fälle zu erwarten. "In Österreich hatten wir bisher drei. Die Diagnosen wurden bereits im Jänner gestellt", sagte der Wiener Virologe Stephan Aberle am Montag gegenüber der APA. In Deutschland wurden bis Montag 20 Erkrankungen registriert. Einen ersten Fall gibt es auch in Russland.

Unkomplizierter Krankheitsverlauf
Die erste Infektion mit dem Virus in Österreich war nach der Heimkehr einer Reisenden aus Brasilien festgestellt worden. "Die zwei anderen Fälle stammen aus Kolumbien. Es handelte sich in allen drei Fällen um einen unkomplizierten Krankheitsverlauf bei Nicht-Schwangeren mit einem Ausschlag und Gelenksbeschwerden", sagte Aberle vom Department für Virologie der MedUni Wien. Krank geworden seien die Betroffenen schon auf der Reise, nur die Diagnostik sei eben in Österreich erfolgt. Rund 80 Prozent der Zika-Virus-Infektionen verlaufen überhaupt ohne Symptome, die meisten übrigen mit vorübergehenden grippeähnlichen Beschwerden.

Die Zahlen aus Deutschland entsprechen vom Ausmaß her in etwa jenen in Österreich. Eine Zika-Infektion ist bei 20 Menschen in Deutschland festgestellt worden. Das teilte das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) am Montag mit. Unter den Betroffenen gibt es demnach keine schwangeren Frauen. Alle Infizierten haben sich bei Reisen in Lateinamerika angesteckt. Das Institut rechne weiterhin mit steigenden Fallzahlen, sagte Facharzt Dennis Tappe vom BNITM.

Rasante Ausbreitung
Das Zika-Virus, das erstmals vor knapp 70 Jahren im Zika-Wald in Uganda entdeckt worden war, hat sich in den vergangenen Monaten rasant in Lateinamerika ausgebreitet. Allein in Brasilien schätzen die Behörden die Zahl der Zika-Infektionen auf 500.000 bis 1,5 Millionen - viele bleiben unerkannt, da die Symptome oft eher harmlos sind. Der Erreger steht aber im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Fehlbildungen bei Babys zu verursachen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit zu kleinen Schädeln auf die Welt; dies führt meist zu geistigen Behinderungen.

Erster Fall in Russland
Erstmals ist auch in Russland Behörden zufolge eine eingeschleppte Zika-Infektion nachgewiesen worden. Eine Frau habe das Virus von einem Besuch der Dominikanischen Republik mitgebracht, teilte die Verbraucherschutzbehörde in Moskau am Montag mit. Die Patientin liege im Krankenhaus, ihr Zustand sei zufriedenstellend.

Die Frau habe nach der Rückkehr über Fieber und Hautausschlag geklagt. Ein Labortest habe das Zika-Virus nachgewiesen, teilte die Behörde mit. Die Familie der Frau sei untersucht worden, allerdings hätten Tests keine weitere Erkrankung ergeben.
 

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