Zwei UNO-Soldaten in Mali getötet

Bei Wahlen

Zwei UNO-Soldaten in Mali getötet

Der UNO-Sicherheitsrat hat den Anschlag auf Blauhelmsoldaten im Norden Malis scharf verurteilt. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte das höchste UNO-Gremium in einer am Samstag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Mitteilung. Beim Anschlag unmittelbar vor der Parlamentswahl wurden zwei senegalesische Blauhelme getötet; weitere Soldaten wurden schwer verletzt.

Nach Angaben des malischen Verteidigungsministeriums detonierte in der Stadt Kidal eine Autobombe vor einer Bank. Die Soldaten hatten das Gebäude bewacht. Für die Tat sollen Rebellen der sezessionistischen Tuareg-Bewegung MNLA verantwortlich sein.

Französische und afrikanische Truppen hatten Nordmali seit Jänner weitgehend aus den Händen von radikalen Islamisten und Tuareg-Kämpfern befreit. Kidal ist die einzige Stadt in der Region, die noch von den Rebellen kontrolliert wird.

Umstrittene Entscheidung
Die Parlamentswahl, die am Sonntag in die zweite Runde geht, ist für die Gruppe von großer Bedeutung, denn ihre Zukunft steht auf dem Spiel. Umstritten ist die Entscheidung von Präsident Ibrahim Boubacar Keita, vier MNLA-Anführer auf der Liste seiner Partei "Rally für Mali" (RPM) als Kandidaten aufzustellen. Zwei von ihnen hatten sich bereits im ersten Wahlgang vor drei Wochen Sitze im Parlament gesichert.

Im ersten Wahlgang hatten nur 20 der insgesamt 1080 Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielt und sich einen der 147 Sitze im Parlament gesichert. Nun müssen die restlichen 127 Sitze vergeben werden. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die Bevölkerung auf, durch ihre Teilnahme an der zweiten Runde der Parlamentswahl den Friedensprozess des Landes zu unterstützen.

6.000 Wahlbeobachter
Die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr (9.00 bis 19.00 MEZ) geöffnet. Landesweit sind nach Angaben der Nationalen Wahlkommission (CENI) rund 6000 Wahlbeobachter im Einsatz, davon 100 aus der Europäischen Union. Ein Ergebnis wird bis Ende kommender Woche erwartet.

Der westafrikanische Wüstenstaat versucht, 21 Monate nach einem folgenschweren Putsch zu Demokratie und politischer Stabilität zurückzukehren. Jedoch ist die Sicherheitslage vor allem im Norden noch immer prekär.

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