Banken sperrten auf

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Zypern: Hier rollen 5 Milliarden an

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Zyperns Banken sind wieder offen, doch der große Run blieb aus. Zuvor lieferte die EZB fünf Milliarden in Cash. Das Geld wurde eingeflogen.
Nikosia. Die Banknoten sind in der Nacht auf Donnerstag in einer Lufthansa-Cargo-Maschine nach Zypern geflogen worden. Direkt aus Frankfurt: „Die Europäische Zentralbank hat den Transport organisiert“, bestätigt Niels Bünemann, Sprecher der EZB, gegenüber ÖSTERREICH.

Das Geld war zuvor bei mehreren Nationalbanken in Europa eingesammelt worden: „Aus Österreich holten wir nichts ab“, sagt Bünemann. In Boxen verpackt wurden die fünf Milliarden zunächst auf dem Flughafen von Larnaka entladen. Ein schwer bewachter Konvoi brachte die Scheine schließlich zur zypriotischen Nationalbank, Hubschrauber mit Scharfschützen kreisten über dem Transport.

Zyprioten erhalten erst heute ihre Gehaltsschecks
Donnerstag um 12 Uhr machten die Banken dann erstmals nach fast zwei Wochen wieder auf. In den Straßen Polizeistreifen, vor den Banken private Sicherheitsdienste. Tumulte sollten verhindert werden. Doch es gab keine. Der befürchtete Run auf die Geldinstitute blieb aus, wohl dank Warnungen in Radio und TV.

Vor den Instituten in der Hauptstadt Nikosia warteten zwar einige Dutzend Menschen auf Einlass. Meist waren es Pensionisten, die überprüfen wollten, ob überhaupt noch Geld am Konto ist. In kleinen Gruppen wurden sie in die Schalterräume gelassen. Doch selbst vor der angeschlagenen Laiki-Bank, die abgewickelt werden soll, wurden zweieinhalb Stunden nach Öffnung so gut wie keine Menschen mehr gezählt. Auch in den Hafenstädten Limassol (Russenhochburg) und Larnaka kam es zu keinem Andrang. Ruhe auch in der Touristenstadt Paphos.

Gehalt am Konto
Größere Bewegungen werden für heute erwartet. Die meisten Zyprioten bekommen erst jetzt ihre Gehaltsschecks für März. 300 Euro können in bar behoben werden. Inlandsüberweisungen sind in jeder Höhe möglich. Auslandsüberweisungen sind mit 5.000 Euro limitiert.

„Ich zahle cash, erhalte Rabatt“

Seit zehn Jahren fährt Renate Haider nach Zypern auf Urlaub – nun profitiert sie vom mitgebrachten Bargeld.

Eines vorweg: Der geplante Relax-Urlaub ist die Zypernwoche nicht geworden – trotz 5-Stern-Luxus im Anassa-Hotel in Paphos. Doch die Stronach-Gesundheitssprecherin Renate Haider hat vor dem Abflug auf die Kriseninsel zumindest mitgedacht. „Wir haben viel Bargeld mitgenommen – und: Es war echt wichtig“, so Haider zu ÖSTERREICH. Soll heißen: Leihauto, Einkäufe, Essen, Mitbringsel usw. werden bar bezahlt – und dann gibt es sogar mehr als erwartet: „Bargeld ist so wertvoll, dass man immer zehn bis 20 Prozent Rabatt bekommt.“

Russen warten. Sie und ihr Mann Johannes kennen die Insel schon lange, seit zehn Jahren fahren sie hierher auf Urlaub, haben viele Freunde. „Doch die haben Angst, dass nichts mehr auf ihren Konten ist.“ Ähnlich geht es auch den Russen, sagt Haider: „Viele sind bei uns im Hotel – und wirken sehr nervös.“

Karl Wendl / B. Haas

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