Explosion der Wut nach Tod von Trayvon Martin

Demos in US-Metropolen

Explosion der Wut nach Tod von Trayvon Martin

Explosion der Wut über den Tod von Trayvon Martin: Demos in US-Metropolen, Polizeichef tritt zurück Der Fall des von einem weißen Nachbarschafts-Wächter getöteten, schwarzen Teenagers Trayvon Martin traf einen rohen Nerv in Amerikas Psyche: Stündlich wächst der Zorn, der Ausbruch spontaner Demos im ganzen Land erinnert fast bereits an die Geburtsstunden von "Occupy Wall Street".

Kurz nochmals der Fall: Der Schüler war am 26. Februar vom freiwilligen Wächter George Zimmerman erschossen worden. Zimmerman ließ in Telefonaten rassistische Äußerungen fallen, sein "Schutz der Nachbarschaft" wirkte eher wie eine unverlangte Vendetta gegen "die Arschlöcher, die immer wieder davonkommen", wie er einmal sagte. Laut einem Telefonat zwischen Trayvon und seiner Freundin in den Sekunden vor seinem Tod, schien eher der Guard der Aggressor, der den unbewaffneten Teeanger verfolgte, dann bei einem Handgemenge erschoss. "Selbstverteidigung", sagt Zimmerman. Der Tote kann ihm nicht widersprechen.

Die Polizei des Ortes Sandford verschlampte die Untersuchung des Falles, wollte die Sache wohl rasch unter den Teppich kehren. Dazu gilt seit Kurzem in Florida eines der absurdesten Gesetze des Landes: Laut dem "Stand Your Ground Law" dürfen Bürger nun auch außerhalb ihrer Anwesen tödliche Gewalt anwenden, wenn sie sich bedroht fühlen. Wegen dieser absurden Rechtslage ist Zimmerman immer noch auf freiem Fuß.

Nun featuren die US-Mainstream-Medien dann Fall nonstop - und vor allem der schwarze Volkszorn explodiert: Mittwoch sammelten sich Tausende am New Yorker Union Square, um die bittere Anklage der Eltern von Trayvon zu hören. Bürgerrechtler verschmolzen hier auch mit Aktivisten der "Occupy"-Bewegung, die den Platz zum neuen Zentrum ihres Frühlingserwachens macht.

Immerhin rollen unter dem Druck die ersten Köpfe: Bill Lee, der Chef der skandalösen Sandford-Polizei, trat zurück, aber nur "temporär", wie er Gegner gleich neu provozierte. So quasi: Wenn die Ü-Wagen abdampfen, kann er wieder weiterpfuschen. Über eine Million haben bereits eine Online-Petition unterzeichnet, in der die Verhaftung Zimmermanns gefordert wird.

Warum traf der Fall derart den Nerv? Es geht natürlich um uralte Rassenspannungen, aber auch um die absurden Waffenwahngesetze, die ultrarechte "Tea Party"-Politiker durchboxten. Und zuguterletzt auch um die wachsenden Sozialklüfte: Trayvon wurde vor einer "Gated Community" erschossen, einer Festung, wo sich wohlhabendere Weiße abschotten - und schusswütige Aushilfs-Rambos auf Patrouillen schicken.

Autor: Herbert Bauernebel
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