Herbert Bauernebel-Bericht

"Gottes Quarterback": Amerika hat seinen neuen Erlöser!

Tim Tebow! Geredet wurde schon lange über den Football spielenden Missionarssohn, der stets mehr über Gott als über Touchdowns zu sagen hat. Er bedankt sich nach Spielen stets bei "Jesus, meinem Erlöser", legendär wurde seine Gebetspose am Rand des Feldes vor zehntausenden Fans, wo er mit einem Bein kniet, den Ellbogen aufstützt und die geballte Faust zum Gebet über den geschlossenen Augen an die Stirn drückt. "Tebowing" ist inzwischen ein Internet-Phänomen wie "Planking"...

National bekannt wurde der fromme Ovalball-Werfer mit einem umstrittenen Antiabtreibungs-TV-Spot während dem Superbowl 2010, wo er seine Gedanken zum Schutz des ungeborenen Lebens 30 Sekunden lang verbreitete. Alles eigenartig amerikanisch genug. Doch nun sehen die vielen Gottesfürchtigen der absteigenden Supermacht sogar die Hand des Allmächtigen im Spiel bei den jüngsten "Wundern" zahlreicher, spektakulärer Comeback-Triumphe der "Denver Broncos", mit Tebow als "Regisseur" der Siege in letzter Minute. Religiöse Gruppen sehen bereits ernsthaft Gottes Willen hinter der unbändigen Kraft und übermenschlichen Zielgenauigkeit der Würfe des Turbo-Christen. Tebow selbst versucht keinesfalls, den Glauben an "Gott, den Football-Fan" zu unterminieren: "Gott hatte sicher seine Hand im Spiel", grinste der Sport-Messiahs.

Auf TMZ wurde er bereits zum mächtigsten Christen der Erde ernannt, einflussreicher als der Papst, gar ein "Retter der Religion". Gott wäre zum "Broncos"- und Tebow-Fan geworden, sagte sein Pastor Wayne Hanson. Auf der respektableren Website des TV-Kanals ABC verstieg sich Kommentator Matthew Dowd sogar zur Überschrift: "Tebow for President?" Schwülstig schrieb er dann, wie inspirierend Würfe und Stoßgebete des jungen Mannes beim Sonntagsthriller der "Broncos" gewesen wären, wie viel Leadership er biete. Und wie lähmend dagegen Obamas Ausreden in einem "60 Minutes"-Interview klangen, das zeitgleich am Parallelsender lief.

"Hope" und "Change"? Amerika wartet nun auf Tebow als "Quarterback der Nation". Als Zyniker ist natürlich auch ein anderes Ende denkbar: Enthüllungen, dass Tebow seine Kraft eher der Pharmaindustrie verdanken könnte als dem Allmächtigen. Bis dahin, Amerika: "Believe!"

Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf AmerikaReport.com

Autor: frickpeter
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