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New Yorks Comeback:

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"Sandy"-Strände kurz vor der Wiedereröffnung

Supersturm "Sandy" schien den Strand-Enklaven New Yorks fast einen Todesstoß versetzt zu haben: Nach dem Einschlag des zweitteuersten Monster-Hurrikans der US-Geschichte (147 Tote, 75 Milliarden Dollar Schaden) brannten in "Breezy Point" 110 Häuser, riss die Sturmflut hölzerne Strandpromenaden weg, verfrachteten Wellenbrecher Wassermassen und Sand bis weit ins Landesinnere. Am schlimmsten traf es Far Rockaway und Coney Island, gleichzeitig beliebte Ziele für Strandausflüge im Sommer. 

Doch danach sah es im November des Vorjahres kaum aus: Coney Island wurde fast komplett überschwemmt, die wochenlang stromlosen Sozialwohnungskomplexe in Far Rockaway glichen eher dem Set eines Hollywood-Katastrophenfilmes. Die Brücke der Subway-Linie A war komplett weggespült, die Insel nur per Bus erreichbar.

Umso erstaunlicher scheint, dass die meisten Strände nun doch am kommenden "Memorial Weekend", den inoffiziellen Start des Sommers, aufsperren sollen. Um die ehrgeizige Deadline einzuhalten, wurde zuletzt in drei Schichten rund um die Uhr geschuftet. Im Vergnügungspark von Coney Island wurde die kaputte Elektrik der Bahnen ausgetauscht, das komplett zerstörte Aquarium soll ebenfalls seine Pforten öffnen. Stahlkonstruktionen für 35 Toilettenanlagen und Umkleidekabinen wurden in die Strände gerammt, ein neuer Schutzwall in den Rockaways errichtet und mit Sand gefüllt. Noch gearbeitet wird an der Instandsetzung des hölzernen Boardwalks, von dem nach Sandy nur mehr die gespenstisch in die Luft ragenden Pfeiler blieben. 270 Millionen Dollar sind in die Instandsetzungsarbeiten investiert worden.  

Doch im Jubel über das Comeback der am schlimmsten devastierten Zonen New Yorks geht die Debatte über den Schutz des Big Apple vor kommenden Megastürmen und dem steigenden Meeresspiegel völlig unter. Das Kopf-in-den-Sand-Stecken geht - hier fast sprichwörtlich - weiter. Immobilienmakler setzten offenbar auf das menschliche Kurzzeitgedächtnis: In unserem Apartment-Gebäude, das geflutet wurde und aus dem wir zwei Woche ausgesperrt waren, schossen gleich nach Sandy die Mietpreise in die Höhe. 

 Baupläne für Küstenstriche werden zwar überarbeitet, der Subway-Betreiber MTA entwickelte aufblasbare Pfropfen mit denen U-Bahn-Tunnel vor der Flut abgedichtet werden können - doch von einem Masterplan zum Schutz vor künftigen Monsterfluten fehlt weiter jede Spur. Ein System aus Flut-Barrieren und Dämmen könnte zwar 15 Milliarden Dollar kosten, so eine Studie der NYU. Es wäre aber angesichts des Schadensausmaßes allein durch Sandy eine weise Investition.

Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf AmerikaReport.com

Autor: Herbert Bauernebel
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