Gaddafi rächt sich für NATO-Angriff

Botschaften angezündet

Gaddafi rächt sich für NATO-Angriff

Die britische Botschafterresidenz in der libyschen Hauptstadt Tripolis wurde durch Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi zerstört. Der britische Außenminister William Hague bestätigte dementsprechende Medienberichte.

Großbritannien hat derzeit keine diplomatische Vertretung in Tripolis. Vertreter des britischen Außenministeriums halten sich in der Rebellenhochburg Benghazi auf.

Wegen der Zerstörung der britischen Residenz hat Hague die Ausweisung des libyschen Botschafters beschlossen. Hague erklärte, der libysche Botschafter müsse binnen 24 Stunden das Vereinigte Königreich verlassen.

Mehrere ausländische Vertretungen in Tripolis seien durch Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi angegriffen worden.

US-Botschaft angezündet

Die libysche Oppositions-Zeitung "Brnieq" meldete am Sonntag, Gaddafi-Anhänger hätten als Reaktion auf die Attacke der NATO, bei der angeblich der jüngste Gaddafi-Sohn, Saif al-Arab getötet wurde, die US-Botschaft in Tripolis angezündet. Die US-Diplomaten hatten die Vertretung ebenfalls bereits im Februar, kurz nach Beginn des Aufstandes gegen Gaddafi, verlassen.

Italiens Botschaft in Flammen
Ein Augenzeuge sagte unterdessen der Agentur Reuters, Rauch steige vom Gebäude der italienischen Botschaft in Tripolis aus. Das Gebäude stehe in Flammen.  Italienischen Medienberichten zufolge wurden die Botschaft und die Residenz geplündert. Die meisten westlichen Staaten evakuierten ihr Botschaftspersonal aus Tripolis, als die NATO ihre Luftschläge gegen das Gaddafi-Regime begann.

UNO zieht Mitarbeiter ab
Wegen der zugespitzten Lage haben die Vereinten Nationen eigenen Angaben zufolge die zwölf ausländischen Mitarbeiter aus Tripolis abgezogen. Es handele sich nur um eine "vorübergehende" Maßnahme, hieß es am Sonntagabend in New York. Die zwölf Mitarbeiter hielten sich jetzt in Tunesien auf. Grund für ihren Abzug sei "die Unruhe in Teilen" der libyschen Hauptstadt.

Gaddafi-Sohn getötet
Bei einem NATO-Luftangriff auf Gaddafis Residenz Bab al-Aziziyah waren am Samstagabend nach libyschen Angaben dessen jüngster Sohn und drei seiner Enkelkinder getötet worden. Die libysche Regierung sprach von einem gezielten Anschlag auf Gaddafi.

NATO unter Druck
Sollten die Tode der Gaddafi-Familienmitglieder bestätigt werden, könnte sich der Druck auf die NATO erhöhen. Kritiker monieren, die Allianz überschreite das UNO-Mandat und wolle Gaddafi töten. Nach den jüngsten Medienberichten regten sich kritische Stimmen aus Russland: "Mehr und mehr Informationen deuten darauf hin, das die anti-libysche Koalition die leibhaftige Vernichtung Gaddafis zum Ziel hat", sagte der außenpolitische Sprecher des Unterhauses im russischen Parlament, Konstantin Kosachew. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez, ein langjähriger Verbündeter Gaddafis, nannte den jüngsten Angriff einen Mordversuch. Der jüngste Luftangriff war der zweite innerhalb von 24 Stunden, der in Gaddafis Nähe einschlug.

Luftangriffe im Osten
Unterdessen zerstörte ein NATO-Luftangriff im Osten Libyens 45 Fahrzeuge der Gaddafi-Truppen, wie ein Rebellen-Sprecher am Sonntag mitteilte. In den Städten Jalu und Awlijah, südlich der Frontlinie in der Nähe von Ajdabiya, hätten die Regierungstruppen am frühen Samstagmorgen das Feuer eröffnet und dabei mindestens fünf Zivilisten getötet. Als sie Jalu wieder verließen, sei der Konvoi von den Raketen getroffen worden. An der Grenze zu Tunesien und in der südwestlich von Tripolis gelegenen Rebellenhochburg Zintan versuchten Gaddafi-Truppen nach Augenzeugenberichten mit scharfen Geschützen vorzudringen.




 

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