Jagd auf Gaddafis Millionen

Konten beschlagnahmen?

© EPA/Reuters

Jagd auf Gaddafis Millionen

Seiten: 1234

Es sind Fragen, die wohl einige Verantwortliche nächste Woche ordentlich ins Schwitzen bringen könnten. Der grüne Aufdecker Peter Pilz will ab kommender Woche gleich in mehreren Ausschüssen die Beziehungen zwischen Libyen und Österreich genau unter die Lupe nehmen.

Laut Pilz geht die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Libyen noch weiter als bisher bekannt. Die Vorwürfe im Detail:

  • Die Gaddafis sollen in Österreich „Unsummen“ ihres Vermögens bei mehreren heimischen Banken geparkt haben.
     
  • Teile des Kriegsmaterials, mit dem Gaddafi gegen sein Volk vorgeht, sollen von österreichischen Firmen angeliefert worden sein.
     
  • Außerdem sei es in den vergangenen Jahren immer wieder zur Zusammenarbeit zwischen dem österreichischen Innenministerium und der als besonders brutal verschrienen libyschen Polizei gekommen.

Pilz kündigt an: „Im nächsten Innenausschuss, im außenpolitischen Ausschuss und im Finanzausschuss wird es einen Tagesordnungspunkt „Gaddafi“ geben. Ich möchte wissen: Wie viel Geld hat Gaddafi in Österreich? Wie hat die Zusammenarbeit ausgesehen? Welche Firmen haben Kriegsmaterial geschickt?“

Gaddafis Ehefrau war noch letzte Woche in Wien
Österreich und die Gaddafis – das war immer eine ganz besondere Beziehung. Gaddafis Sohn Saif besitzt eine Villa in Döbling – und will angeblich im Fall eines Sturzes nach Wien ziehen.

Das Innenministerium bestätigte gestern ausdrücklich die ÖSTERREICH-Enthüllung vom Donnerstag, dass Gaddafis Ehefrau Safiya letzte Woche (!) zu einem Privatbesuch mit Arzt-Visite und ausgiebiger Shopping-Tour in Wien war.

Das gestrige – in KURIER und Internet wiedergegebene – Gerücht, dass Gaddafis Ehefrau und Tochter auch an diesem Wochenende im Wiener Hotel Imperial logieren, wurde vom Innenministerium dementiert. Trotzdem demonstrierten Exil-Libyer vor dem Nobel-Hotel am Ring.

Österreich stimmt Libyen- Sanktionen mit EU ab
Mehrere Staaten haben sich inzwischen entschlossen, die Konten Gaddafis einzufrieren, darunter die Schweiz und die USA. In Österreich gibt es trotz der aktuellen Besuche des Gaddafi-Clans bis heute keinen derartigen Beschluss. „Diese Maßnahme wird in enger Abstimmung mit der EU koordiniert“, sagt Kanzler Faymann. Und das kann dauern. Denn die EU fürchtet, dass Sanktionen gegen Gaddafi den EU-Bürgern, die sich noch in Libyen aufhalten, massiv schaden könnten.

Debora Knob

Seite 2: Kanzler Faymann zur Libyen-Krise im ÖSTERREICH-Interview

Seiten: 1234
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen