1.269 Schweinegrippe-Fälle gemeldet

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1.269 Schweinegrippe-Fälle gemeldet

Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. Nach Daten des EU-Zentrums für Seuchenkontrolle (ECDC) stieg die weltweite Zahl der nachgewiesenen Fälle innerhalb eines Tages um mehr als 200 auf 1.269. Insgesamt seien jetzt 21 Länder betroffen, 11 davon in Europa, berichteten die ECDC-Experten in Stockholm am Dienstag. Während Mexiko die Rückkehr zur Normalität ankündigt, hat Russland den Import von spanischem Schweinefleisch gestoppt.

Antigrippemittel werden verteilt
In der Zwischenzeit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Verteilung von 2,4 Millionen Dosierungen von Antigrippemitteln an 72 bedürftige Länder begonnen, darunter auch Mexiko. Das nordamerikanische Land ist weiterhin mit Abstand am schwersten von dem neuen H1N1-Grippevirus betroffen, nach jüngsten offiziellen Angaben wurden 802 Menschen infiziert, 26 davon starben. Dennoch sehen die Gesundheitsbehörden eine abflauende Gefahr durch die Grippe-Epidemie.

Mexikos Schulen öffnen wieder
Die mexikanische Regierung ordnete die schrittweise Öffnung der Schulen an. Wie Präsident Felipe Calderon am Montag (Ortszeit) mitteilte, sollen von diesem Donnerstag an zunächst die Oberstufenklassen und die Universitäten den Betrieb wieder aufnehmen. Die Volksschulen und Mittelstufen sowie die Kindergärten sollen am kommenden Montag wieder geöffnet werden. Wegen der Grippe waren die Schulen, Kindergärten und Universitäten zunächst in Mexiko-Stadt und dann im ganzen Land geschlossen worden, um eine Ausweitung der Epidemie zu vermeiden.

In China landete ein Flugzeug, um rund 70 unter Quarantäne gestellte Mexikaner aus verschiedenen chinesischen Städten nach Hause zu fliegen. Die Stadtregierung von Hongkong entschuldigte sich bei den rund 200 Gästen und 100 Angestellten eines Hotels, das komplett unter Quarantäne steht, für die drastische Maßnahme. Hongkongs Verwaltungschef Donald Tsang beharrte jedoch auf der einwöchigen Isolierung. Bei einem Mexikaner, der in dem Hotel übernachtet hatte, war das neue H1N1-Virus nachgewiesen worden.

Handelskonflikt droht
Unterdessen droht wegen der Schweinegrippe ein Handelskonflikt zwischen Russland und der Europäischen Union. Russland blockiere die Einfuhr lebender Schweine und von Schweinefleisch-Produkten aus Spanien, teilte die Europäische Kommission in Brüssel mit. Die Kommission habe wegen dieser "aus wissenschaftlicher Sicht ungerechtfertigten Maßnahme" ein Schreiben an die russischen Behörden gerichtet. Auch Spanien protestierte gegen den Importstopp. Es ist mit mehr als 50 Schweinegrippefällen das am stärksten betroffene Land in Europa.

Nach Auskunft des ECDC werden in Europa alle Krankheitsverläufe bisher als mild eingestuft. ECDC-Sprecher Angus Nicoll warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen: "Pandemien sind äußerst schlüpfrige Kreaturen, und sie können sich vor aller Augen verändern." Er verwies auf die Spanische Grippe 1918 und 1919, die erst in der zweiten und dritten Welle zu zahlreichen Todesfällen geführt habe.

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