100.000 Tote in Haiti befürchtet

Erdbeben

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100.000 Tote in Haiti befürchtet

Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, wurde am Mittwoch von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert. Die Aussschläge des Bebens waren sogar in Österreich spürbar. Laut Ministerpräsident Jean-Max Bellerive ist mit 100.000 Opfern zu rechnen.

Chef der UN-Mission tot
Von dem Erdbeben sind auch die Vereinten Nationen schwer betroffen. Das Hauptquartier der MINUSTAH-Friedenstruppe in Port-au-Prince sei schwer beschädigt, habe das Erdbeben aber überstanden, hieß es am späten Dienstagabend (Ortszeit) bei den UN in New York.

Nach Informationen des französischen Außenministerium soll jedoch der Chef der UN-Mission, der Tunesier Hedi Annabi, vermutlich tot sein. "Das UN-Gebäude ist zusammengestürzt und es scheint, dass alle, die in dem Gebäude waren, tot sind, unter ihnen auch mein Freund Annabi, der Sondergesandte des UN-Generalsekretärs, und alle, die bei ihm waren", sagte Außenminister Bernard Kouchner am Mittwoch dem Sender RTL. Der haitianische Präsident Rene Preval bestätigte am Abend den Tod Annabis. Der tunesische Diplomat ist seit September 2007 in Haiti im Einsatz. In dem UN-Gebäude sollen sich nach Angaben Kouchners zahlreiche Franzosen aufgehalten haben.

Mindestens 22 UN-Mitarbeiter sind ums Leben gekommen, weitere 150 werden noch vermisst.

Erzbischof Miot unter den Opfern - Auch Vikar tot
Unter den Opfern soll sich auch der Erzbischof der Hauptstadt Port-au-Prince, Serge Miot, befinden. Das meldete der römische Pressedienst "misna" unter Berufung auf örtliche Kirchenmitarbeiter, berichtete die Kathpress. Der Leichnam des 63-Jährigen sei in der erzbischöflichen Residenz gefunden worden. Unter den Trümmern werden laut "misna" noch weitere Opfer aus dem Stab der Kirchenleitung befürchtet, darunter Generalvikar Charles Benoit.

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Serge Miot (rechts) und Papst Benedikt XVI/ (c) AP

Miot wurde 1997 als Erzbischof-Koadjutor an die Spitze der Ortskirche von Port-au-Prince berufen. 2008 übernahm er die Leitung als Erzbischof. Von den knapp neun Millionen Einwohnern Hatitis sind nach Vatikanangaben sieben Millionen Katholiken.

Obama betet für Opfer
"Wir wissen nicht, wie viele Menschen sich im Gebäude aufhielten", sagte Leroy dem Sender France-Info. Üblicherweise seien dort zwischen 200 und 300 Menschen beschäftigt. Die Katastrophe sei am späten Nachmittag passiert, also außerhalb der Geschäftszeit. Die UN-Mission MINUSTAH hat derzeit etwa 7.000 Soldaten und 2.000 Polizisten im Einsatz. Hinzu kommen rund 500 nicht-militärische Mitarbeiter aus dem Ausland und 1.200 örtliche Beschäftigte. Die Soldaten kommen aus zahlreichen südamerikanischen Ländern, aber auch aus Frankreich und den USA.

US-Präsident Barack Obama erklärte in Washington, die USA stünden bereit, um Hilfe zu leisten. "Meine Gedanken und Gebete gehen zu denen, die von diesem Erdbeben betroffen sind." Die US-Regierung verfolge die Situation genau "und steht bereit, dem Volk von Haiti zu helfen", hieß es in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung.

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