200 Helfer von Schlammlawine begraben

China

© Stringer/ Reuters

200 Helfer von Schlammlawine begraben

Bei dem schweren Erdbeben vor einer Woche sind allein in der südwestchinesischen Provinz Sichuan mindestens 71.000 Menschen gestorben, unter Trümmern begraben worden oder gelten seitdem als vermisst. Dies teilte ein Vertreter der Provinzregierung am Montag mit, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die Opferzahl steigt immer mehr. In Xinhua wurden rund 200 Helfer von einer Schlammlawine begraben. Nähere Details sind noch nicht bekannt.

Bisher hatten die Behörden in der am stärksten betroffenen Provinz Sichuan von insgesamt knapp 32.000 Erdbebenopfern gesprochen. Sie befürchteten landesweit nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala mehr als 50.000 Tote. Rund 10.000 Menschen werden noch unter den Trümmern vermutet. Die Rettungsarbeiten wurden von starken Nachbeben und heftigen Regenfällen behindert.

Staatstrauer: China steht still
Eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben hat China der tausenden Opfer mit drei Schweigeminuten egdacht. Um 14.28 Uhr stand das öffentliche Leben im ganzen Land still. Sogar in der 16 Millionen-Einwohner-Metropole Peking tat sich nichts mehr. Radfahrer und Fußgänger blieben stehen und gedachten mit gesenktem Haupt der Opfer. Die Autofahrer schalteten ebenfalls ihre Motoren ab und bekundeten mit anhaltendem gellenden Hupen ihren Respekt für die Opfer.

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(c) AP

Viele Einheimische zeigten sich jedoch überrascht darüber, wie lückenlos der Aufruf der Regierung befolgt wurde. "Ich habe nicht erwartet, dass alle anhalten", sagte der 28-jährige Yu, der selbst aus der in der Erdbebenregion gelegenen Stadt Chengdu stammt. Das Haus seiner Eltern sei bei dem Beben schwer beschädigt worden, berichtete Yu, der sich seinen Landsleuten zutiefst dankbar für die bisher geleistete Hilfe zeigte.

Wirtschaftlicher Schaden von 67 Milliarden Yuan
Das Erdbeben hat einen direkten wirtschaftlichen Schaden von rund 67 Mrd. Yuan verursacht, das sind umgerechnet 6,2 Mrd. Euro. Die Verluste ergeben sich aus Erhebungen, wonach in der am stärksten betroffenen, südwestchinesischen Provinz Sichuan 14.207 Unternehmen Schäden erlitten hätten, erklärte der stellvertretende Minister für Industrie und Informationstechnologie, Xi Guohua, am Montag in Peking.

Polizistin stillt acht Babys
Katastrophenhilfe der besonderen Art leistet eine Polizistin im chinesischen Erdbebengebiet. Die 29-jährige Jiang Xiaojuan stillt acht Babys von Flüchtlingen und aus Waisenhäusern. Sie hat vor kurzem selbst ein Kind zur Welt gebracht und reichlich Milch.

8 Babys versorgt
Die Frau aus der Stadt Jiangyou hat drei Säuglinge gestillt, deren Mütter wegen des Schocks keine Milch mehr geben konnten und deren Kinder kein Milchpulver vertrugen. Sie gab auch fünf Babys die Brust, die aus den Trümmern gerettet wurden und jetzt in Waisenhäusern leben.

Überlebende gefunden
Sieben Tage nach dem schweren Erdbeben sind am Montag noch Überlebende gefunden worden. Eine 50-jährige Frau wurde aus den Trümmern eines Wohngebäudes einer Kohlengrube in Tianchi geborgen. Sie zeigte nur noch "schwache Lebenszeichen" und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Suchgeräte der Bergungstrupps deuteten darauf hin, dass vielleicht noch mehr Überlebende an der Stelle gefunden werden könnten.

Eine weitere Frau wurde am Montag in der Präfekturhauptstadt Beichuan im südwestchinesischen Erdbebengebiet der Provinz Sichuan lebend aus den Trümmern geborgen. Retter hätten berichtet, dass die Frau bei ihrer Bergung bei Bewusstsein gewesen sei, schrieb Xinhua.

Dreitägige Staatstrauer
Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer nach dem Erdbeben nach offiziellen Angaben auf über 32.000 gestiegen, insgesamt werden 50.000 Tote befürchtet. Die chinesische Regierung hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Die Trauerperiode beginnt am Montag. Genau eine Woche nach dem Beben der Stärke 8,0 werden um 8.28 Uhr MESZ drei Schweigeminuten begangen.

Fackellauf unterbrochen
Der Olympische Fackellauf wird während der Staatstrauer ebenfalls gestoppt. Der Fackellauf wurde am Sonntag schon in der Stadt Hangzhou auf einen halben Tag verkürzt, am Ende spendeten die Teilnehmer für die Erdbebenhilfe. In der Nachbarstadt Ningbo, wo der Lauf eigentlich am Montag geplant war, soll das olympische Feuer erst wieder am Donnerstag auf den Weg gehen.

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