2004 starben rund 250.000 Menschen

Tsunami

2004 starben rund 250.000 Menschen

Vor fast genau fünf Jahren, am 26. Dezember 2004, hat ein Erdbeben der Stärke 9,0 nach Richter im Indischen Ozean vor Sumatra eine gewaltige Flutwelle ausgelöst. Rund 250.000 Menschen fanden in den Morgen-und Vormittagsstunden den Tod. Unter den Opfern des schlimmsten Bebens seit 40 Jahren befanden sich auch 86 Österreicher.

Schwer geschädigt
Am schwersten getroffen wurde die Provinz Aceh auf Sumatra, wo rund 168.000 Menschen ums Leben kamen. Ebenfalls wesentlich betroffen waren Sri Lanka, Indien, Thailand und die Malediven. Opfer waren zudem in Myanmar und sogar in Ostafrika, etwa in Somalia zu beklagen. In Thailand und Sri Lanka wurde der Fremdenverkehr, einer der wichtigsten Wirtschaftszweige dieser Länder, schwer geschädigt. 2,09 Millionen Menschen wurden obdachlos.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan sprach bereits wenige Tage nach dem Unglück von einer "beispiellosen globalen Katastrophe". Nach den ersten Einsätzen der Hilfskräfte schätzte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Identifizierung der Opfer als eine noch viel größere Herausforderung ein als nach den Anschlägen vom 11. September.

Neben dem menschlichen Leid wurde die ohnehin arme Region tief in ihrem wirtschaftlichem Mark erschüttert. 392.544 Häuser wurden völlig zerstört, 103.829 Boote waren unbrauchbar.

74 Opfer der Tsunami-Katastrophe waren österreichische Staatsbürger, bei zwölf handelte es sich um Angehörige aus anderen Ländern. 85 Personen starben in Thailand, eine in Sri Lanka. Die meisten heimischen Toten forderte die Katastrophe unter den Wienern: 24 Personen aus der Bundeshauptstadt starben in der Flutwelle. Viele Todesfälle hatte auch Niederösterreich zu verzeichnen: 19 Urlauber verloren ihr Leben durch den Tsunami.

Erkundungs- und Rettungsteams
Am Tag nach der Katastrophe entsandte das Innenministerium Erkundungs- und Rettungsteams der Cobra in die Katastrophengebiete, um einen ersten Überblick über die Situation zu gewinnen. Am 28. Dezember folgte ein DVI-Team (Desaster Victim Identification), bestehend aus Exekutivbeamten, Gerichtsmedizinern und einem Zahnarzt zur Opferidentifizierung nach Thailand. Tags darauf flog ein ähnlich zusammengesetztes DVI-Team nach Sri Lanka. Zusätzlich reisten Ärzte, Sanitäter und Kriminalbeamte ins Krisengebiet, um Vermisste zu finden und die lokalen Krankenhäuser nach verletzten Österreichern abzusuchen.

Aufgabe der heimischen Einsatzkräfte im Katastrophengebiet war es laut Innenministerium, in der Anfangsphase vor allem Obduktionen durchzuführen und nach Vermissten zu suchen. Später wirkten die heimischen Spezialisten vor allem bei den endgültigen Identifizierungen mit. In Sri Lanka wurde dem Innenministerium gemeinsam mit der Gerichtsmedizin Innsbruck die DNA-Analyse für das ganze Land übertragen. Zur gleichen Zeit waren im Einsatzstab des Innenministeriums Beamte rund um die Uhr im Dienst. Insgesamt 90 Kriminalisten glichen Listen ab, nahmen im Call-Center Anrufe von Angehörigen entgegen und koordinierten die Suchkräfte im In- und Ausland.

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