Britisches Gericht veröffentlicht letzte Diana-Bilder

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Britisches Gericht veröffentlicht letzte Diana-Bilder

Die in durch ein britisches Gericht veröffentlichten Aufnahmen aus der Todesnacht von Prinzessin Diana sind laut dem Fotografen nicht direkt vor dem Unfall entstanden. "Die Fotos habe ich am Hintereingang des Hotel Ritz gemacht, (...) kurz bevor der Mercedes losfuhr", sagte der Franzose Jacques Langevin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Freitag.

Der Wagen sei noch gestanden. Dies war kurz vor Mitternacht. Der Unfall ereignete sich dann um 00.26 Uhr in einer Unterführung an der Pont d'Alma.

Langevin folgte nicht dem Mercedes
Er selbst sei dem Wagen von Diana und ihrem Freund Dodi al Fayed nicht gefolgt, erzählte Langevin. Er habe die am Hotel gemachten Bilder in seine Agentur bringen wollen, der Tunnel an einer Straße entlang der Seine habe auf der Strecke gelegen. "Als ich dort ankam, war der Unfall schon lange passiert, die Polzei war schon da, Notärzte und etliche Schaulustige", sagte der Franzose. Auch einige Fotografen seien an Ort und Stelle gewesen.

"Sie hatten aber auch erst nach dem Unglück den Tunnel erreicht. Der Mercedes fuhr ja so schnell, dass selbst die Motorräder nicht hinterherkamen." Die Paparazzi hätten nichts mit dem Geschehen zu tun. "Das beweisen schon ihre Bilder. Auf keinem ist der Unfall zu sehen", sagte Langevin. "Die Paparazzi sind unschuldig."

Der Franzose zeigte sich empört darüber, dass das britische Gericht seine in Frankreich unter Verschluss stehenden Fotos ohne sein Einverständnis veröffentlichte. "Mich hat man nicht gefragt", sagte er. Langevin will nun in dem Verfahren nicht mehr wie geplant auszusagen. "Ich bin so wütend, dass ich mich weigern werde." Zudem erwägt er laut "FAZ", gegen die Veröffentlichung durch die britischen Richter juristisch vorzugehen. Einen Anwalt habe er bereits eingeschaltet.

Lesen weiter: Knalleffekt zum Auftakt: Es wurden neue Bilder aus der Todesnacht gezeigt.

Diana am Rücksitz der Limousine - die Prinzessin scheint nicht angeschnallt zu sein. Sie dreht sich um, als beobachte sie irgendwelche Verfolger durch das Rückfenster. Ihr Leibwächter Trevor Rees-Jones befindet sich auf dem Beifahrersitz. Er hebt die Hand, um das Gesicht zu verdecken, als wolle er sich gegen Blitzlicht schützen. Rees-Jones überlebte als einziger den Crash. Der Fahrer Henri Paul sitzt am Steuer, die Augen weit aufgerissen, er lächelt stupide, in seinen Brillen spiegelt sich helles Licht.

diana

Sekunden später raste das Auto in einen Pfeiler im Tunnel. Bei diesem Crash am 31.August 1997 starben Lady Diana, ihr Partner Dodi al Fayed und der Fahrer Henri Paul.

Jury in London
Dieses sensationelle und berührende Foto aus Dianas Todesnacht wurde öffentlich gezeigt. Unter anderem anhand dieses Bildes sollten die Geschworenen des seit Dienstag stattfindenden Prozesses entscheiden, ob Diana einem Mordkomplott oder einem profanen Autounfall zum Opfer gefallen ist.

Denn mehr als zehn Jahre nach dem schrecklichen Tod der "Prinzessin der Herzen" widmet sich nun das Oberste Gericht in London der Aufdeckung der Todesursache.

Der Hauptgrund für die jahrelange Verzögerung ist, dass man auf die Ergebnisse zweier Untersuchungen der britischen und französischen Polizei warten musste. Beide kamen übrigens zu dem Schluss, dass der Fahrer des Mercedes den Wagen unter Alkoholeinfluss gegen einen Pfeiler im Pariser Autotunnel gefahren hat. Und kein Fremdverschulden vorliegt.

Tribunal statt Prozess
Keinen Frieden kann jedoch Mohammed al Fayed mit diesen Untersuchungsergebnissen finden. Der Vater von Dodi und Besitzer des Pariser Ritz-Hotels und des Londoner Edel-Kaufhauses Harrods wird nicht müde zu behaupten, dass sein Sohn und Diana vom britischen Geheimdienst MI6 umgebracht wurden. "Ich glaube, dass mein Sohn und Prinzessin Diana von der königlichen Familie ermordet wurden", erklärte er zu Prozessbeginn. Das angebliche Motiv: Diana sei von Dodi schwanger gewesen und das britische Königshaus habe nicht hinnehmen wollen, dass die Ex-Frau von Charles ein Kind von einem Moslem bekommt.

Der 74-jährige ägyptische Millionär hat nun teure Anwälte angeheuert, um die öffentliche Untersuchung in ein wahres Tribunal zu verwandeln. So will er sogar dafür sorgen, dass Queen Elizabeth II. vorgeladen wird. Laut al Fayed soll diese Dianas Butler Paul Burell kurz nach deren Tod gewarnt haben, er schwebe wegen seiner engen Beziehung zur Prinzessin selbst in Gefahr. "In diesem Land sind Mächte am wirken, von denen wir keine Ahnung haben", soll die Queen - laut einer früheren Aussage - Burells - gesagt haben.

Teures Verfahren
Wie glaubhaft auch immer die Vorwürfe von Mohammed al Fayed sind, das öffentliche Interesse an dem Prozess um das tragische Ableben der Prinzessin ist auf jeden Fall so groß, dass die elf Geschworenen sogar unter Polizeischutz gestellt wurden.

Außerdem wird der auf sechs Monate anberaumte Prozess den britischen Steuerzahler einiges kosten: 15 Millionen Euro wurden dafür kalkuliert. Ein Teil davon wird in einen Anbau an das Gerichtsgebäude investiert, der nötig wurde, um alle akkreditierten Journalisten unterzubringen.

Kein Ende des Diana Thrillers?
Während Prinz William (25) und Prinz Harry (23) hoffen, dass ihre Mutter nach "einer offenen, fairen und transparenten Untersuchung endlich in Frieden ruhen kann", gibt es viele Menschen, die das bezweifeln.

So meint etwa Lord Stevens, der Ex-Chef von Scotland Yard, der die früheren Diana-Untersuchungen in England geleitet hat: "Zweifellos werden die Spekulationen immer weitergehen. Denn auf einige Fragen wird es niemals eine definitive Antwort geben."

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