Brutale Gewalt gegen Migranten

Griechenland

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Brutale Gewalt gegen Migranten

Wegen des Diebstahls eines Schafes sind in Griechenland zwei Männer mit brutaler Gewalt auf zwei Migranten losgegangen. Die beiden Griechen schlugen die Arbeiter aus Bangladesch zusammen, banden sie dann hinter einem Motorrad an und zogen sie durch das Dorf Nea Manolada im Westen der griechischen Halbinsel Peloponnes. So sollten die Männer, die ein Schaf aus der Herde ihrer Peiniger gestohlen haben sollen, an den Pranger gestellt werden.

"Es ist wie im Mittelalter gewesen. Wir schämen uns", sagten Einwohner des Dorfes im griechischen Radio am Freitag. Die Polizei befreite nach mehreren Anrufen von Einwohnern die beiden Migranten. Sie wollten ihre Peiniger nicht anzeigen, berichtete das staatliche Fernsehen weiter. Die beiden Griechen wurden dennoch festgenommen, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Misshandlung.

"Es war ein Einzelfall. Wir verurteilen den Zwischenfall," sagte der Bürgermeister der Region Antonis Seretis, zu der das Dorf gehört. Das Dorf hatte wegen schlechter Behandlung von Migranten wiederholt in Griechenland Schlagzeilen gemacht. Während eines dreitägigen Streiks der ausländischen Arbeiter für mehr Lohn hatten Einheimische beispielsweise 2008 auf Dutzende der Tagelöhner eingeschlagen.

1,2 Millionen illegale Einwanderer
In Griechenland leben insgesamt mehr als 1,2 Millionen Einwanderer, die illegal ins Land kamen, und mittlerweile zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Nur rund 800.000 von ihnen haben einen legalen Aufenthaltsstatus.

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